50 Jahre Wohnen Emmaus: Ein Zuhause für Menschen mit Behinderungen
ENGERWITZDORF. Die Wohneinrichtung Emmaus feierte ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest. Am 16. November 1976 zog eine Gruppe von 38 jungen Menschen in das neu errichtete Haus am Linzerberg ein, das ein innovatives Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen darstellte.
Die Eröffnung der Einrichtung markierte einen bedeutenden Fortschritt in der Behindertenarbeit in Oberösterreich. Mit dem Emmaus-Projekt schuf das Diakoniewerk zusammen mit dem Land Oberösterreich eine Wohnform, die den individuellen Bedürfnissen der Bewohner gerecht wird. Neben dem Wohnhaus entstand ein Zentrum am Linzerberg, das eine Werkstätte, einen Kindergarten, eine Sonderschule und eine Therapiestation umfasst und umfassende Bildungs- und Beschäftigungsangebote bereitstellt.
Aktuell leben 26 Menschen mit Behinderungen in der Wohneinrichtung, in vier Wohnungen und Einzelzimmern. Dort haben die Bewohner die Möglichkeit, ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten und dabei sowohl Gemeinschaft als auch Rückzug zu erleben. Eine Seniorentagesbegleitung bietet zusätzliche Unterstützung. Die naturnahe Lage und die Vernetzung mit dem Therapiezentrum Linzerberg fördern die Selbstständigkeit und Teilhabe der Bewohner bis ins hohe Alter.
Die Entwicklung von Emmaus reflektiert die Veränderungen in der Behindertenarbeit seit 50 Jahren. Während die Rahmenbedingungen sich gewandelt haben, bleibt das Ziel bestehen: Menschen mit Behinderungen zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen. Martin Hauzenberger und Bettina Rödhammer, die duale Leitung des Wohnhauses, betonen, dass die Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner stets im Fokus stand.
Die Jubiläumsfeier zog rund 200 Gäste an, die gemeinsam die Fortschritte in der Behindertenarbeit Revue passieren ließen. Nationalrat Michael Hammer überbrachte die Grüsse des Landes Oberösterreich und hob die Bedeutung der Einrichtung für die gesellschaftliche Teilhabe hervor. Er stellte klar, dass das Land Oberösterreich auch in Zukunft angemessene Wohn- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit Behinderungen bereitstellen werde.
Einordnung
Die Entwicklungen der letzten fünf Jahrzehnte haben die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen entscheidend verbessert. Diese Veränderungen sind für die Gesellschaft relevant, da sie die Inklusion fördern und ein respektvolles Miteinander ermöglichen. Die kontinuierliche Unterstützung von Selbstbestimmung und Teilhabe bleibt ein zentrales Anliegen der Einrichtung.


