Evergrande-Gründer zu lebenslanger Haft verurteilt
Xu Jiayin, der Gründer des insolventen chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande, wurde vom Mittleren Volksgericht in Shenzhen zu lebenslanger Haft verurteilt. Dies berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Xu wurde wegen acht Wirtschaftsdelikten, darunter Betrug, Veruntreuung und Bestechung, schuldig gesprochen. Das Gericht entzog ihm auf Lebenszeit die politischen Rechte und ordnete die Einziehung seines gesamten Vermögens an. Während seines Prozesses im April hatte Xu sich schuldig bekannt und Reue gezeigt.
Zusätzlich wurden Geldstrafen gegen die Evergrande Group in Höhe von 8,82 Milliarden Yuan (1,13 Milliarden Euro) sowie gegen die Evergrande Real Estate von 7 Milliarden Yuan verhängt. Das Gericht stellte fest, dass Xu und die Unternehmen zwischen 2016 und 2021 fortgesetzt Finanzdaten fälschten, Vermögenswerte aufblähten und Verbindlichkeiten verschleierten.
Am selben Tag verurteilten Gerichte in Shenzhen 56 Personen aus dem Umfeld des Konzerns zu Haftstrafen zwischen einem Jahr und 18 Jahren. Evergrande war während des Immobilienbooms rasant gewachsen, geriet jedoch ab 2020 in finanzielle Schwierigkeiten, als Peking die Kreditaufnahme für hoch verschuldete Bauträger einschränkte.
Im letzten Halbjahresbericht zum 30. Juni 2023 wies Evergrande Verbindlichkeiten von 2,39 Billionen Yuan aus (306,02 Milliarden Euro). Der Zusammenbruch des Unternehmens symbolisiert die anhaltende Immobilienkrise in China.
Einordnung
Das Urteil gegen Xu Jiayin hat weitreichende Konsequenzen für die chinesische Immobilienbranche. Es verdeutlicht die drastischen Maßnahmen, die die Regierung zur Bekämpfung von Korruption und Missmanagement ergreift, und könnte das Vertrauen in die Stabilität des Sektors weiter erschüttern.


