AKTIE DES ÖLFELDAUSRÜSTERS SBO LEIDET UNTER GEWINNEINBRUCH
Die SBO, ein im ATX der Wiener Börse notierter niederösterreichischer Ölfeldausrüster, verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen drastischen Gewinneinbruch. Der Umsatz sank um 19,3 Prozent auf 204,7 Millionen Euro, während das Ergebnis nach Steuern von 18,5 Millionen Euro auf lediglich 0,2 Millionen Euro fiel.
Die Hauptursachen für den Umsatzrückgang sind laut Unternehmen der Nachlaufeffekt eines niedrigen Auftragseingangs aus dem Jahr 2025 und die operativen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten, wo SBO rund 15 Prozent des Umsatzes erzielt. Währungsbedingte Effekte führten dazu, dass der Rückgang währungsbereinigt 14,7 Prozent betrug. Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel auf 6,9 Millionen Euro, das EBITDA belief sich auf 24,2 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge blieb mit 11,8 Prozent jedoch zweistellig.
CEO Klaus Mader betonte, dass das Unternehmen im Kerngeschäft einen neuen Zyklusaufschwung beginne und die Talsohle durchschritten sei. Der Auftragsbestand stieg seit Jahresbeginn um 31,7 Prozent auf 117,9 Millionen Euro. Besonders die Precision-Technology-Sparte zeigte mit einem Umsatzplus von 21,8 Prozent vom ersten aufs zweite Quartal erstmals wieder eine Steigerung nach acht rückläufigen Quartalen.
SBO plant, sich weniger abhängig vom zyklischen Öl- und Gasgeschäft zu machen. Der Anteil des Auftragseingangs aus neuen Geschäftsfeldern wie Geothermie und 3D-Metalldruck nähert sich bereits zehn Prozent. Mader sieht keine Probleme durch Handelsbeschränkungen mit den USA, da das Unternehmen nicht nur in Österreich und Großbritannien, sondern auch in den USA produziert.
Der Iran-Konflikt stellt allerdings eine Herausforderung dar. Kunden verschieben zwar ihre Bestellungen, stornieren diese jedoch nicht. Mader ist optimistisch, dass nach einer Normalisierung der Situation im Nahen Osten verspätete Projekte wieder aufgenommen werden.
Einordnung
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass SBO in einem schwierigen Marktumfeld operiert. Während das Unternehmen einen signifikanten Rückgang im Umsatz und Gewinn verkraften musste, signalisieren die steigenden Aufträge einen möglichen Wendepunkt. Dies könnte für SBO entscheidend sein, um sich zukunftssicherer zu positionieren und neue Einnahmequellen zu erschließen.


