Wirtschaftskammer Tirol lehnt Lehrlingsabgabe ab
Die Wirtschaftskammer Tirol hat den Vorschlag einer Lehrlingsstrafabgabe, wie ihn die Gewerkschaft unterbreitet hat, entschieden zurückgewiesen.
WK-Präsidentin Barbara Thaler bezeichnete die Idee, Betriebe mit einer Abgabe zu belegen, die theoretisch Lehrlinge ausbilden könnten, als unrealistisch. Sie betonte, dass die Eignung eines Unternehmens zur Ausbildung von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter Größe, Branche und der Verfügbarkeit von qualifizierten Bewerbern.
Die Wirtschaftskammer weist darauf hin, dass die duale Ausbildung in Österreich vor allem von den Unternehmen selbst getragen wird. Betriebe investieren umfassend in die Ausbildung junger Menschen. Eine Belastung durch neue Abgaben könnte die ohnehin schwierige Suche nach geeigneten Lehrlingen weiter erschweren.
Statt zusätzlicher Abgaben fordert die Wirtschaftskammer Verbesserungen in den Rahmenbedingungen für Ausbildungsbetriebe. Dazu gehört eine umfassendere Berufsorientierung in der Schule und eine höhere Wertschätzung für berufliche Ausbildungen, wie von David Narr, dem Fachkräftekoordinator der WK Tirol, gefordert.
Ein Vorschlag der Wirtschaftskammer zur Entlastung der Betriebe ist die Senkung der Lohnnebenkosten für Lehrlinge. Dies würde eine direkte und unkomplizierte Entlastung bieten und könnte mehr Unternehmen zur Ausbildung bewegen.
Einordnung
Die Ablehnung der Lehrlingsabgabe unterstreicht die Notwendigkeit, die Ausbildungssituation in Tirol zu verbessern. Maßnahmen zur Entlastung der Ausbildungsbetriebe sind erforderlich, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.


