Umsatzrückgang im österreichischen Einzelhandel im ersten Halbjahr 2026
Der österreichische Einzelhandel verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 inflationsbereinigt einen Umsatzrückgang von 0,7 Prozent. Dies folgt auf ein leichtes Umsatzwachstum von 0,4 Prozent im Jahr 2025, das erstmals seit 2021 registriert wurde.
Rainer Trefelik, Handelsobmann der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sagte, die negative Entwicklung sei eine Fortsetzung des Trends, der seit 2019 besteht. Der Markt zeigt derzeit viele negative Indikatoren, und ein kurzfristiger Konjunkturaufschwung sei nicht zu erwarten, so Peter Voithofer vom Institut für Österreichs Wirtschaft (iföw).
Der Großhandel erlebte den stärksten Rückgang mit einem inflationsbereinigten Minus von 1,9 Prozent trotz eines nominellen Umsatzplus von 1,7 Prozent. Im Einzelhandel konnten die Umsätze in Höhe von 45,2 Milliarden Euro nicht das Vorjahresniveau erreichen, was einem realen Rückgang von 0,1 Prozent entspricht. Damit rangiert Österreich im EU-Vergleich unter den 27 Staaten auf Platz 25.
Innerhalb des Einzelhandels gab es signifikante Unterschiede: Gewinner waren der Spielwarenhandel mit einem Plus von 5,6 Prozent, Drogerien mit 4,8 Prozent und der Schuheinzelhandel mit 3,8 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichneten der Uhren- und Schmuckhandel (-5,3 Prozent), die Elektrohandelsbranche (-4,9 Prozent) und der Buchhandel (-4,6 Prozent) deutliche Rückgänge.
Die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran, haben die Marktstimmung weiter belastet. Hinzu kommen hohe Kosten für die Einrichtung von Klimaanlagen in den Geschäften, die aufgrund der Sommerhitze anfallen.
Einordnung
Die anhaltenden Umsatzrückgänge im Einzelhandel sind ein Zeichen für die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen in Österreich. Die neue Prüfung nach dem Gesetz über die Höhere Berufliche Bildung (HBB-Gesetz), die 2027 in Kraft tritt, könnte die Qualifikationen für zukünftige Führungskräfte im Handel steigern und somit langfristig die Branche stabilisieren.


