US-Prozess gegen Meta wegen Social-Media-Sucht beginnt
Im aktuellen Prozess vor einem Gericht in Oakland, Kalifornien, sieht sich der Meta-Konzern schweren Vorwürfen ausgesetzt. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat Meta Kinder und Jugendliche in eine Abhängigkeit von seinen Plattformen Instagram und Facebook gedrängt und dabei die Funktionsweise ihrer Gehirne ausgenutzt.
Kaliforniens stellvertretende Generalstaatsanwältin Megan O’Neill erklärte in ihrem Eröffnungsplädoyer, dass Metas Geschäftsmodell darauf abzielt, Nutzer langfristig zu binden, ihre Daten zu erheben und die Öffentlichkeit über die schädlichen Auswirkungen in die Irre zu führen. Die Verteidigung, vertreten durch Anwalt Paul Schmidt, wies diese Vorwürfe zurück und betonte, dass das Unternehmen stets bemüht gewesen sei, Schutzmaßnahmen für gefährdete Nutzerinnen und Nutzer zu entwickeln.
Vor dem Gerichtsgebäude kam es zu Protestrufen von Aktivisten sowie von Müttern, deren Kinder aufgrund der Nutzung von Onlinediensten Suizid begangen hatten. Die Kläger fordern neben einer massiven Geldstrafe von rund 200 Milliarden Dollar auch Beschränkungen für bestimmte Funktionen wie das Endlos-Scrollen und häufige Benachrichtigungen auf Instagram und Facebook.
Die Forderungen zielen auf die Art und Weise ab, wie diese Plattformen konzipiert sind, und nicht auf die Inhalte. Eine landesweite Klage gegen Meta wurde von 29 US-Bundesstaaten eingereicht, was den Prozess zu einem wegweisenden Fall für den Konzern macht. Gerichtliche Aussagen, die die Verantwortung von Meta klarstellen, könnten zu weitreichenden Änderungen in der Handhabung von Social-Media-Inhalten und -Funktionen führen.
Einordnung
Der Prozess könnte die Social-Media-Landschaft erheblich beeinflussen, insbesondere im Hinblick auf den Schutz junger Nutzer. Sollten die Kläger Erfolg haben, könnte dies zu umfassenden rechtlichen Maßnahmen und Vorschriften führen, die die Funktionsweise sozialer Netzwerke in den USA neu definieren.


