Bauern in St. Ägidi fordern Aussetzung von Beiträgen zur Existenzsicherung

August 21, 2026 03:33
Bauern in St. Ägidi fordern Aussetzung von Beiträgen zur Existenzsicherung

Diskussion über Dürre und Hofübernahmen in St. Ägidi

Landwirte in St. Ägidi erörterten beim „Treffpunkt Bauernhof“ zentrale Themen wie die anhaltende Dürre, leistbare Hofübernahmen sowie die vorübergehende Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge. Über 300 Altbäuerinnen und Altbauern nahmen an der Veranstaltung der Altbauerngemeinschaft Schärding, unter der Leitung von Bezirksobmann Eduard Paminger, teil.

Die Veranstaltung fand in der Halle der Erzeugergemeinschaft Sauwald-Erdäpfel statt. Besucher hatten die Möglichkeit, die neue Aufbereitungs- und Kühlhalle zu besichtigen, die jährlich rund 1.300 Tonnen Sauwald-Erdäpfel produziert und vermarktet.

In einer separaten Austauschrunde präsentierten die Jungbauernschaft Schärding ihre Anliegen an Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger und Nationalrat Manfred Hofinger. Neben der Dürre und der Knappheit an Grundfutter stand die künftige EU-Agrarpolitik ab 2027 im Fokus. Die Junglandwirte forderten, dass Hofübernahmen für die nächste Generation leistbar bleiben müssen, wobei gezielte Unterstützung für Junglandwirte in der kommenden Agrarperiode betont wurde.

Bauernbund-Präsident Strasser erläuterte die Herausforderungen durch die Dürre: „Bauernfamilien sind Hauptbetroffene der anhaltenden Dürre und des Klimawandels. Wo normalerweise das Futter für die Kühe wächst, sind häufig nur verbrannte Flächen zu sehen.“ Er hob zudem die Rolle der Landwirtschaft im Klimaschutz hervor und betonte, dass Landwirte CO₂ binden und hochwertige Lebensmittel produzieren.

Ein weiteres Thema waren die geplanten strengeren Kontrollen von Lebens- und Futtermittelimporten aus Drittstaaten. Strasser wies darauf hin, dass die hohen Umweltstandards der heimischen Landwirtschaft auch für importierte Produkte gelten müssen. Er sprach sich zudem für eine einheitliche EU-Agrarpolitik aus, die vergleichbare Produktions- und Förderbedingungen schafft.

Bauernbund-Landesobfrau Michaela Langer-Weninger forderte angesichts der Dürre rasche Hilfen für die betroffenen Betriebe. Sie betonte, dass das Schadensausmaß die bisherigen Erfahrungen übersteige und viele bäuerliche Familienbetriebe unter Druck gerate. Neben Betriebsmittelkrediten plädierte sie für die Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge für ein Quartal zur Entlastung der Landwirtschaft.

Einordnung

Die Diskussion in St. Ägidi verdeutlicht die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft aufgrund der Dürre und die Notwendigkeit, den nachfolgenden Generationen leistbare Hofübernahmen zu ermöglichen. Die geforderten Maßnahmen könnten entscheidende Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe leisten und die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln sichern.

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