Asyl-Erstanträge in Österreich auf Zehn-Jahres-Tief
Im Juli 2023 wurden in Österreich nur 244 Asyl-Erstanträge registriert, was laut Innenministerium den niedrigsten Wert seit zehn Jahren darstellt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist dies ein Rückgang um etwa 65 Prozent, als noch 697 Erstanträge eingingen.
Seit Jahresbeginn übersteigt die Anzahl der ausreisepflichtigen Personen die der neu eingegangenen Erstanträge, was auf eine „Minuszuwanderung“ in den letzten Monaten hinweist. Insgesamt wurden im Juli 840 Asylanträge, einschließlich Folgeanträge, gestellt, wovon 267 Anträge von syrischen Staatsangehörigen stammten, hauptsächlich von in Österreich geborenen Kindern.
Der vorübergehende Stopp des Familiennachzuges hat laut dem Ministerium weiterhin Auswirkungen gezeigt. Bisher wurden in diesem Jahr lediglich 60 Einreisen für Härtefälle genehmigt, während im Vorjahr noch 853 solche Einreisen verzeichnet wurden.
Außerdem ist die Zahl der illegalen Einreisen stark gesunken. Im Zeitraum von Januar bis Mitte August 2023 wurden nur 339 Personen im Burgenland aufgegriffen, im Vergleich zu fast 16.000 im Vorjahr. Bis Ende Juli mussten zudem 8.856 Personen Österreich verlassen, davon 4.615 zwangsweise. Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren wegen Straftaten verurteilt.
Zusätzlich verfolgt Österreich Maßnahmen zur Unterstützung der Rückkehr nach Syrien. Seit dem Sturz des Assad-Regimes haben rund 2.000 Syrer das Land verlassen. Im Juli erhielten Antragsteller aus Indien und Tunesien keine Asylgenehmigung, weshalb für diese Herkunftsländer beschleunigte Verfahren angewendet werden.
Einordnung
Die signifikante Verringerung der Asylanträge und die Rückführung von Personen deuten auf eine Abnahme des Zuzugs nach Österreich hin. Diese Entwicklungen könnten weitreichende Auswirkungen auf die Asylpolitik und die öffentliche Wahrnehmung des Themas Migration haben.


