Dürreschäden belasten Bauern im Burgenland: Haider-Wallner fordert Bundeslösungen

August 21, 2026 18:13
Dürreschäden belasten Bauern im Burgenland: Haider-Wallner fordert Bundeslösungen

Dürreschäden in Österreich erreichen eine Milliarde Euro

Die extremen Hitzewellen haben heuer in Österreich Dürreschäden in Höhe von rund einer Milliarde Euro verursacht. Davon entfallen etwa 65 Millionen Euro auf das Burgenland. Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner (Grüne) fordert vom Bund und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) langfristige Lösungen.

Die Ernteausfälle aufgrund der Dürre setzen die burgenländischen Landwirte stark zu. Seit dem Frühjahr beträgt das Niederschlagsdefizit im gesamten Burgenland 39 Prozent, wobei in einigen Regionen zeitweise bis zu 70 Prozent weniger Niederschlag fiel. Die Bundesregierung verhandelt derzeit über mögliche Dürrehilfen für die betroffenen Betriebe.

Unzureichende Soforthilfen

„Das, was momentan am Tisch liegt, ist völlig unzureichend,“ sagte Haider-Wallner am Freitag bei einer Pressekonferenz in Frauenkirchen. Die geplante Unterstützung durch Zinszuschüsse für kurzfristige Kredite sieht sie kritisch: „Es kann nicht die Lösung sein, die Betriebe weiter in die Schuldenfalle zu treiben.“ Aktuell bieten einige große Banken zinsfreie Überbrückungskredite an.

Statt kurzfristiger Maßnahmen fordert Haider-Wallner ein langfristiges Stabilitätsprogramm. Dazu gehört die Reform der öffentlich unterstützten Dürreversicherung. Die Betriebe müssen derzeit 45 Prozent der Prämie selbst tragen, während der Rest von Bund und Ländern übernommen wird. Die Anpassung des Dürreindex hat jedoch zu Mehrkosten von 1,1 Millionen Euro für die burgenländischen Betriebe geführt.

Wasserversorgung als kritische Ressource

Die anhaltende Trockenheit stellt die Wasserversorgung der landwirtschaftlichen Betriebe vor zunehmende Herausforderungen. „Wasser ist eine entscheidende Ressource,“ betonte Sebastian Bauer, ein Landwirt aus dem Seewinkel. Die Risiken eines möglichen Bewässerungsverbots könnten gravierende Folgen für die Region haben.

Umstellung auf resistentere Pflanzen

Die Einführung trockentoleranter Pflanzen ist laut Bauer keine alleinige Lösung. Er baut Linsen und Kichererbsen an, sieht jedoch eine unzureichende Marktnachfrage. „Ich kann alles anbauen, aber wenn der Markt nicht da ist, kann ich es nicht verkaufen,“ erklärte Bauer.

Forderung nach nachhaltigen Lösungen

Haider-Wallner fordert ein stabilisierendes Programm für die Landwirtschaft, um zukünftigen Krisen vorzubeugen. Dafür seien wasser-sparende Technologien, angepasste Pflanzenkulturen und eine langfristige Wasserplanung erforderlich. Weiterhin müsse in den Erhalt gesunder Böden und den Humusaufbau investiert werden.

Einordnung

Die Anpassungen in der Dürreversicherung und der Wasserversorgung verdeutlichen die wachsenden Herausforderungen für die Landwirtschaft in Österreich. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Ernteerträge und die wirtschaftliche Stabilität der betroffenen Betriebe, was langfristig zu einer Gefährdung der regionalen Landwirtschaft führen könnte.

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