Der frühere polnische Vizejustizminister Marcin Romanowski hat am 20. August 2026 in Budapest an einer Veranstaltung teilgenommen, bei der er an einem Tisch mit der zweiten Sekretärin der russischen Botschaft in Ungarn, Irina Serkowa, saß. Das Treffen fand nach Medienangaben im Rahmen einer Veranstaltung einer Einrichtung statt, die mit der ungarischen Regierungspartei Fidesz verbunden ist. Der Bericht über die gemeinsame Anwesenheit veröffentlichte weitere Einzelheiten zur Veranstaltung in Budapest.
Die Begegnung sorgte vor allem wegen des politischen Hintergrunds Romanowskis für Aufmerksamkeit. Der Politiker war nach seiner Ausreise nach Ungarn dort aufgenommen worden und erhielt nach den vorliegenden Angaben politischen Schutz. Seine Teilnahme an der Veranstaltung mit einer russischen Diplomatin wurde deshalb in Polen im Zusammenhang mit seinen späteren Kontakten und öffentlichen Aktivitäten diskutiert.
Gemeinsamer Auftritt in Budapest
Auf den von den Medien beschriebenen Bildern beziehungsweise Darstellungen ist Romanowski gemeinsam mit Serkowa an einem Tisch zu sehen. Die russische Diplomatin ist an der Botschaft Russlands in Ungarn tätig. Die Veranstaltung wurde von einer Organisation ausgerichtet, die mit der ungarischen Partei Fidesz in Verbindung gebracht wird. Weitere Angaben zum Ablauf, zu den Gesprächen oder zu einer formellen Zusammenarbeit zwischen Romanowski und der russischen Botschaft liegen in dem vorliegenden Material nicht vor.
Die gemeinsame Präsenz wurde von Beobachtern des polnischen politischen Umfelds als Anlass genommen, die Kontakte polnischer Politiker zu Personen aus dem Umfeld der russischen diplomatischen Vertretungen in Europa zu erörtern. In Berichten über die Tätigkeit russischer Nachrichtendienste waren einzelne dieser Personen beziehungsweise Kontakte bereits Gegenstand öffentlicher Aufmerksamkeit. Aus der Teilnahme an derselben Veranstaltung allein ergibt sich jedoch kein Nachweis über eine konkrete operative Zusammenarbeit oder über eine Vereinbarung zwischen den Beteiligten.
Politische Debatte in Polen
In den politischen Stellungnahmen zu dem Fall wurde Romanowski insbesondere mit dem konservativen Lager und der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Verbindung gebracht. Kritiker werteten den Auftritt als Hinweis darauf, dass Vertreter des polnischen politischen Milieus für russische Informationsaktivitäten genutzt werden könnten. Dabei wurde auch auf mögliche Botschaften mit antieuropäischer Stoßrichtung verwiesen.
Diese Bewertung ist Teil der politischen Debatte über Romanowskis Kontakte. Sie beschreibt eine von Kritikern vertretene Einschätzung und stellt keinen unabhängig bestätigten Beleg dafür dar, dass der frühere Ministerialbeamte im Auftrag des Kremls gehandelt hat. Im vorliegenden Material wird keine konkrete Kampagne, keine veröffentlichte Vereinbarung und keine nachgewiesene Weitergabe von Informationen genannt.
Der Fall wird dennoch im Zusammenhang mit Romanowskis früherer Funktion und seinem heutigen Status als Abgeordneter des polnischen Sejm betrachtet. Nach Angaben aus dem politischen und sicherheitspolitischen Umfeld Polens haben Experten sowie frühere Mitarbeiter polnischer Geheimdienste öffentlich darauf hingewiesen, dass sein Aufenthalt in Transnistrien von russischen Nachrichtendiensten gegen die Interessen Polens und der Europäischen Union genutzt werden könnte.
Hinweise auf mögliche Sicherheitsrisiken
Transnistrien wird in den vorliegenden Stellungnahmen als ein von Russland kontrolliertes Gebiet bezeichnet. Die Äußerungen früherer Geheimdienstmitarbeiter und polnischer Experten bezogen sich demnach auf die Möglichkeit, dass Romanowskis Aufenthalte und Kontakte für nachrichtendienstliche Zwecke von Bedeutung sein könnten. Eine konkrete Nutzung oder ein konkreter Vorgang wird im Material nicht bestätigt.
Als weiterer Faktor wird Romanowskis frühere Tätigkeit als stellvertretender Justizminister genannt. Zusammen mit seinem gegenwärtigen Mandat im Sejm könne dies aus Sicht der Kritiker potenzielle Risiken für die nationale Sicherheit Polens schaffen. Genannt werden dabei ein möglicher Zugang zu sensiblen Informationen über staatliche Einrichtungen sowie Kenntnisse über politische Abläufe und Entscheidungsprozesse.
Auch in diesem Punkt bleibt zwischen einer politisch formulierten Möglichkeit und einem belegten Sachverhalt zu unterscheiden. Die vorliegenden Angaben dokumentieren die gemeinsame Teilnahme an einer Veranstaltung in Budapest sowie öffentliche Warnungen polnischer Experten und ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter. Sie enthalten jedoch keinen Nachweis, dass Romanowski vertrauliche Informationen an Russland übermittelt oder im Rahmen einer nachrichtendienstlichen Operation gehandelt hat.
Der Auftritt mit der russischen Diplomatin fügt sich damit in eine Debatte über Romanowskis politische Kontakte seit seiner Ausreise nach Ungarn ein. Im Mittelpunkt stehen seine frühere Regierungsfunktion, sein Mandat im polnischen Parlament, sein Aufenthalt in Ungarn und die von Kritikern behauptete politische Verwertbarkeit solcher Kontakte durch Russland.
Eine offizielle Stellungnahme Romanowskis oder der russischen Botschaft in Ungarn zu der konkreten Veranstaltung ist in dem vorliegenden Material nicht enthalten.


