Medien kontaktieren Richterin Grasser nach Anzeige wegen möglicher Befangenheit

August 22, 2026 15:43
Medien kontaktieren Richterin Grasser nach Anzeige wegen möglicher Befangenheit

Anzeige gegen Richterin Hohenecker: Vorwürfe erwiesen sich als Fälschung

Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer hat am 24. Juni 2025 eine Strafanzeige gegen BUWOG-Richterin Marion Hohenecker bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien eingereicht. Die Anzeige bezog sich auf den Verdacht des Amtsmissbrauchs und der Bestechlichkeit.

Die von Böhmdorfer präsentierten Informationen basierten auf Unterlagen eines 60-Jährigen, der behauptete, dass Hohenecker das Verfahren parteiisch geleitet habe und im Voraus für die Verurteilung von Karl-Heinz Grasser gesorgt hätte. Später stellte sich jedoch heraus, dass sämtliche Vorwürfe und die entsprechenden Mail-Dokumente gefälscht waren. Die Staatsanwaltschaft Wien stellte das Ermittlungsverfahren gegen Hohenecker und weitere Beteiligte Ende Juli 2026 ein.

Während der Ermittlungen wurde der 60-Jährige als Zeuge befragt. Er erhielt offenbar Zahlungen vom Umfeld Grassers. Am 19. Mai 2026 wurde er verhaftet, da er falsche Mails im Lesesaal der Arbeiterkammer erstellt hatte. Der Mann ist derzeit wegen Verleumdung, Fälschung von Beweismitteln und schweren gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt.

Nach Eingang der Anzeige hatte der 60-Jährige bereits versucht, Kontakt zu Medienvertretern herzustellen und sprach von einem ehemaligen ORF-Journalisten, der sich mit Informationen über das BUWOG-Verfahren an ihn gewandt hatte. Dieser Journalist hatte ebenfalls keine Informationen veröffentlichen lassen.

Einordnung

Die Vorwürfe gegen Hohenecker führten dazu, dass sie über längere Zeit als vermeintlich korrupte Richterin galt. Die Einstellung des Verfahrens verdeutlicht die Rolle von falschen Informanten in sensiblen Justizangelegenheiten und zeigt die Gefahren von Datenfälschungen im Kontext von Medienberichterstattung auf.

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