Österreichs Stromversorgung leidet unter Rekordhitze und Trockenheit
Der Stromnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) reagiert auf die Auswirkungen des heißen und trockenen Sommers, die das Stromsystem erheblich beeinflusst haben. In einer Stellungnahme betonte APG die Notwendigkeit eines resilienten und diversifizierten Energiesystems.
Die Erzeugung aus erneuerbaren Energien ist im Juli 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 25 Prozent gesunken. Bei einem Energieverbrauch von 5.078 Gigawattstunden (GWh) wurden nur etwa 83 Prozent durch Wasser, Wind und Photovoltaik gedeckt, während es im Juli 2025 noch 100 Prozent gewesen waren.
Besonders stark war der Rückgang der Wasserkraft, die aufgrund der Trockenheit um 46 Prozent einbrach. Ihr Anteil an der Erzeugung erneuerbarer Energien fiel von 70 Prozent im Juli 2025 auf nur 50 Prozent im gleichen Monat 2026. Auch die Windenergie ging im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent zurück, während die Photovoltaik-Produktion dank mehr Sonnenstunden um 54 Prozent anstieg und damit einen Anteil von nahezu 28 Prozent an der Gesamtstromerzeugung erreichte.
APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner wies auf die Herausforderungen hin, die die volatile Natur der erneuerbaren Energieerzeugung mit sich bringt. Die Energiewende erfordere den gleichzeitigen Ausbau von Windkraft und Photovoltaik sowie den Ausbau leistungsfähiger Netze und ausreichender Speicherkapazitäten.
Im Juli stiegen zudem die Stromimporte auf 751 GWh, nachdem Österreich im Juni 2026 erstmals seit neun Monaten wieder ein Exportland war. Die Importe, hauptsächlich in den Abend- und Nachtstunden, stellen einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Stromsystems dar.
Einordnung
Der Rückgang der erneuerbaren Energien und die steigenden Stromimporte verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen Österreichs Energiesystem konfrontiert ist. Diese Entwicklungen erfordern eine Anpassung der Infrastruktur, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.


