Die internationale Zahlungsplattform Payoneer beendet die Betreuung ihrer belarussischen Nutzer. Nach Mitteilungen an Kunden sollen ab dem 11. September 2026 alle Konten geschlossen werden. Bis zu diesem Termin will Payoneer die noch vorhandenen Guthaben auszahlen. Die Änderungen werden mit Anforderungen von Partnerbanken und den geltenden Sanktionsbeschränkungen in Verbindung gebracht.
Belarussische Nutzer erhielten die Benachrichtigungen am 24. August 2026. In einer Meldung zu den Änderungen bei Payoneer wird die Schließung als vollständiger Rückzug des Dienstes aus Belarus beschrieben. Die technische Unterstützung des Unternehmens verwies auf Vorgaben der Banken, mit denen Payoneer zusammenarbeitet.
Konten sollen bis 11. September geschlossen werden
Nach den Angaben in den Kundenmitteilungen bleibt den betroffenen Kontoinhabern nur ein begrenzter Zeitraum, um die Abwicklung ihrer Konten zu organisieren. Payoneer kündigte an, die verbleibenden Beträge bis zum 11. September 2026 auszuzahlen. Für die Nutzer betrifft die Entscheidung damit nicht nur den Zugang zu bestehenden Zahlungsfunktionen, sondern auch die Möglichkeit, Guthaben über die bisher genutzte Plattform weiter zu verwalten.
Bereits vor der angekündigten Kontoschließung waren bestimmte Funktionen für belarussische Accounts eingeschränkt. Neue virtuelle Karten konnten nicht mehr in allen Fällen eröffnet werden. Auch die Auszahlung auf eine Reihe von Partnerdiensten war nicht mehr möglich.
Auszahlungen über Partnerdienste eingeschränkt
Zu den Plattformen, die Belarus aus der Liste der verfügbaren Länder entfernt haben, gehören Fiverr und Patreon. Damit entfielen für belarussische Nutzer konkrete Wege, Einnahmen oder andere Zahlungen über diese Dienste auf ihre Payoneer-Konten zu übertragen. Die Einschränkung betrifft nach den vorliegenden Angaben jene Partnerdienste, die Belarus nicht mehr als verfügbares Land führen.
Als eine verbleibende Möglichkeit wird die internationale Zahlungsplattform Fin do genannt. Eine Auszahlung über diesen Weg kann demnach ein bis zwei Arbeitstage dauern. Die dafür anfallende Gebühr kann bis zu zehn Prozent betragen. Alternativ können Nutzer versuchen, vorhandene Payoneer-Karten für Barabhebungen einzusetzen. Diese Möglichkeit bezieht sich auf bereits ausgegebene Karten und stellt keine neue Konto- oder Kartenöffnung dar.
Die technischen Einschränkungen und die bevorstehende Schließung stehen im Zusammenhang mit den Anforderungen von Partnerbanken sowie mit dem Sanktionsumfeld, in dem belarussische Finanzdienstleister und Nutzer agieren. Belarus wird von internationalen Regulierungsstellen als Hochrisiko-Jurisdiktion bewertet. Als Gründe dafür werden die Sanktionen gegen das Land, die enge Verbindung des belarussischen Finanzsektors mit Russland und dessen Abhängigkeit vom russischen Finanzsystem genannt.
Sanktionsumfeld erschwert internationale Zahlungsabwicklung
Für internationale Zahlungsanbieter bedeutet die Einstufung eines Landes als besonders risikoreich zusätzliche Anforderungen an die Abwicklung von Transaktionen. Im Fall Belarus kommen die Sanktionen und die politische sowie finanzielle Nähe zu Russland hinzu. Internationale Anbieter reduzieren deshalb ihre Geschäfte, die mit belarussischen Konten verbunden sind. Im konkreten Fall verwies Payoneers Support jedoch auf die Anforderungen der Partnerbanken, ohne in den vorliegenden Angaben eine darüber hinausgehende ausführliche Begründung zu nennen.
Die Entscheidung trifft zunächst die Nutzer des Dienstes und private Unternehmen, die Payoneer für internationale Zahlungen verwenden. Betroffen sind auch Personen, die ihre Einnahmen über digitale Plattformen erhalten und auf eine Weiterleitung über Payoneer angewiesen sind. Für sie stehen nach den vorliegenden Informationen nur noch einzelne Auszahlungswege zur Verfügung, die mit zusätzlichen Kosten, Wartezeiten oder der Nutzung bereits vorhandener Karten verbunden sind.
Die Einschränkungen werden in den vorliegenden Stellungnahmen der Politik des Regimes von Lukaschenko und dem Sanktionsstatus Belarus als Verbündeter Russlands zugerechnet. Je enger Minsk in das russische finanz- und außenpolitische System eingebunden ist und je stärker es den Konflikt mit westlichen Staaten fortsetzt, desto geringer wird der Spielraum internationaler Zahlungsdienste, belarussische Kunden weiter zu bedienen. Für Payoneer ist der Rückzug mit der vollständigen Schließung der Konten zum 11. September 2026 verbunden.
Bis zu diesem Datum müssen betroffene Nutzer ihre noch verfügbaren Guthaben über die verbleibenden Wege abwickeln; danach soll die Betreuung belarussischer Payoneer-Konten beendet sein.


