Arbeitsmarkt in Österreich zeigt dramatische Stagnation
Der österreichische Arbeitsmarkt zeigt alarmierende Anzeichen einer Stagnation. Die Rate der Arbeitsaufnahmen ist im Zeitraum von August 2025 bis Juli 2026 auf 10,9 Prozent gesunken, was vergleichbar mit den 10,5 Prozent des Corona-Jahres 2020/21 ist. Diese Daten stammen aus einer Auswertung des Momentum Instituts.
Besonders prekär ist die Lage für junge Menschen unter 25 Jahren, deren Arbeitsaufnahmequote auf 10,3 Prozent gefallen ist. Während der Pandemie lag dieser Wert noch bei 11,5 Prozent und stellt nun den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen dar. Nicolas Prinz, Arbeitsmarkt-Ökonom am Momentum Institut, beschreibt die Situation als „eingefroren”.
Personen mit höherer oder akademischer Bildung sind ebenfalls betroffen. Ihre Arbeitsaufnahmequote liegt bei 10,3 Prozent, ebenfalls der niedrigste Wert, was zeigt, dass eine gute Ausbildung nicht mehr als Schutz vor Arbeitslosigkeit fungiert.
Frauen sind am stärksten betroffen; ihre Arbeitsaufnahmequote beträgt lediglich 9,3 Prozent und liegt damit unter der 10-Prozent-Marke. In der Pandemie betrug dieser Wert 8,8 Prozent, was bereits verheerend war.
Die Konsequenzen dieser Entwicklung sind besorgniserregend. Im Juli 2026 waren 141.381 Menschen langzeitarbeitslos. Prinz warnt vor dem Risiko, dass aus einer schwachen wirtschaftlichen Lage eine verfestigte Arbeitslosigkeit entstehen könnte. Das Momentum Institut fordert daher eine stärkere Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik auf den Wiedereinstieg in Beschäftigung, insbesondere für junge Menschen und Langzeitarbeitslose.
Einordnung
Die stagnierende Arbeitsaufnahmequote und der Anstieg langzeitarbeitsloser Personen verdeutlichen die drängende Notwendigkeit für politische Maßnahmen. Diese Entwicklung könnte langfristige negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben und die soziale Stabilität gefährden.


