KAGes bilanziert 40 Jahre mit neuen Strukturen und digitalen Fortschritten
Die Steiermärkischen Krankenanstalten (KAGes) haben in ihrem 40. Jahr zahlreiche neue Strukturen implementiert und bedeutende Digitalisierungsprojekte vorangetrieben. Der aktuelle KAGes-Geschäftsbericht für 2025, der exklusiv der Redaktion von MeinBezirk vorliegt, illustriert die wichtigsten Entwicklungen.
Im Jahr 2025 wurden in den Einrichtungen der KAGes insgesamt 1,14 Millionen ambulante Patientinnen und Patienten behandelt, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Auch die Zahl der stationären Behandlungen stieg leicht auf 210.360. Darüber hinaus wurden fast 1,79 Millionen ambulante Erstkontakte verzeichnet. Die KAGes investierte im vergangenen Jahr rund 194,3 Millionen Euro in ihre Infrastruktur.
Im Rahmen von Strukturmaßnahmen wurde der neue LKH-Verbund Südweststeiermark gegründet, und der Verbund Graz II erhielt eine Erweiterung um den Standort Voitsberg. Kooperationen in Bereichen wie Urologie und Herzmedizin wurden zudem intensiviert. Diese Schritte stehen jedoch in der Kritik; die Pläne zur stärkeren Zentralisierung von Leistungen und zur Erweiterung ambulanter Angebote stießen auf Widerstand in der Bevölkerung und der Regionalpolitik. Ein Prüfbericht des Landesrechnungshofs forderte eine umfassende Reform des steirischen Gesundheitssystems.
Die KAGes verzeichnete einen Anstieg der Beschäftigten um 110 auf insgesamt 19.307. Trotz dieser Erhöhung wird die Personalentwicklung als ungelöstes Problem gesehen. Vorstand Gerhard Stark weist auf eine zunehmende Nachfrage im Pflegebereich hin, die durch demografische Veränderungen bedingt ist. Ein im Jahr 2025 gestartetes Pilotprojekt soll den zukünftigen Pflegebedarf analysieren und Verbesserungen bei der Personalplanung ermöglichen.
Wesentliche Fortschritte wurden auch im Bereich der Digitalisierung erzielt. Die elektronische Fieberkurve wurde vollständig umgesetzt, und weitere Schritte bei der elektronischen Patientenakte sowie telemedizinischen Angeboten wie HerzMobil wurden realisiert. KAGes-Vorstand Ulf Drabek betont die Wichtigkeit dieser technischen Entwicklungen für den Spitalsalltag.
Einordnung
Die Veränderungen der KAGes reflektieren den dringenden Reformbedarf im Gesundheitswesen der Steiermark. Die Implementierung neuer Strukturen und digitaler Lösungen ist entscheidend, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden und die Effizienz der Gesundheitsversorgung zu steigern. Die KAGes plant, ihre Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitseinrichtungen weiter zu intensivieren, um die Versorgungsqualität langfristig zu verbessern.


