Klimafitter Arbeitnehmerschutz in der Steiermark: Gewerkschaft plant Maßnahmen
LEIBNITZ. Die Baugewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) setzt sich für einen verbesserten Arbeitnehmerschutz angesichts der steigenden Temperaturen ein. Bei einer Klausur in der Südsteiermark beraten die Landesgeschäftsführer der GBH über Maßnahmen, die zum Schutz von Beschäftigten bei extremer Hitze beitragen sollen. Die Ergebnisse sollen im September den zuständigen Bundesgremien vorgelegt werden.
Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der GBH, betont die Notwendigkeit, den Schutz der Arbeitnehmer an die veränderten Bedingungen auf Baustellen anzupassen. Er fordert, dass im Jahr 2027 bei Temperaturen über 30 Grad niemand mehr länger als acht Stunden arbeiten soll.
Hitzeproblematik in der Steiermark
Aktuelle Daten der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) verdeutlichen den Handlungsbedarf. Im Mai und Juni wurden in der Steiermark bereits 5.643 Arbeitnehmer erfasst, die insgesamt 16.635 Hitzestunden eingereicht haben. Österreichweit betrugen die Zahlen in den ersten beiden Hitzemonaten 40.718 Arbeitnehmer und rund 122.300 Hitzestunden.
Arbeitsbedingungen unter extremen Temperaturen
Die GBH meldet zudem Fälle, in denen Arbeiter unter extremen Bedingungen bis zu 16 Stunden arbeiten mussten. Diese Überstunden sind laut Muchitsch gesundheitlich bedenklich, vor allem bei Temperaturen über 30 Grad.
Drei zentrale Forderungen für den Arbeitnehmerschutz
- Gesundheit schützen: Ab 30 Grad soll die Höchstarbeitszeit acht Stunden betragen, ab 32,5 Grad maximal sieben Stunden. Ab 35 Grad sollte ein Rechtsanspruch auf Hitzefrei bestehen.
- Faire Betriebe stärken: Unternehmen, die Hitzeschutzmaßnahmen umsetzen, dürfen keinen Wettbewerbsnachteil erleiden.
- Arbeitnehmerschutz weiterentwickeln: Hitzeschutz muss bei öffentlichen Ausschreibungen und Bauzeiträumen berücksichtigt werden.
Umsetzung neuer Regelungen
Die GBH fordert die konsequente Umsetzung bestehender Schutzbestimmungen und eine Anpassung an die realen Bedingungen auf den Baustellen. Muchitsch hebt hervor, dass die richtigen Entscheidungen für 2027 getroffen werden müssen, um die Gesundheit der Arbeitnehmer zu sichern und verantwortungsvolle Betriebe zu unterstützen.
Einordnung
Die Gewerkschaft strebt eine grundlegende Reform des Arbeitnehmerschutzes an, um die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Arbeitswelt zu adressieren. Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, die Gesundheit der Arbeiter und gerechte Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu gewährleisten.


