Syrischer Kurdenführer Mazloum Abdi ernannt
Der syrische Kurdenführer Mazloum Abdi wurde zum Berater des Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa ernannt. Dies geschah unmittelbar nach seiner Ankündigung, die kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) aufzulösen.
Al-Sharaa unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Freitag berichtete. Abdi hatte zuvor in einer Fernsehansprache das „Ende des Einsatzes“ der SDF sowie deren Auflösung als unabhängige Streitmacht verkündet. Er erklärte, dass dieser Schritt nach dem Abschluss der Eingliederung der SDF in die Brigaden der syrischen Armee erfolge.
Im Laufe des syrischen Bürgerkriegs ab 2011 hatten die Kurden im Norden Syriens eine autonome Regierung und eigene Streitkräfte aufgebaut. 2015 wurden die SDF mit Unterstützung der USA gegründet, die eine verlässliche Partnerin im Kampf gegen die IS-Miliz suchten. SDF-Kämpfer spielten eine zentrale Rolle beim militärischen Erfolg der US-geführten Koalition gegen den IS.
Die SDF zählten einst bis zu 100.000 Kämpfer, bestehend aus Kurden und Arabern, und kontrollierten große Teile des ölreichen Nordens und Nordostens Syriens. Die Türkei hingegen betrachtete die SDF als Bedrohung, da sie enge Verbindungen zur verbotenen PKK pflegen. Infolge dessen kam es zu wiederholten militärischen Auseinandersetzungen zwischen von der Türkei unterstützten Gruppen und den SDF.
Die Auflösung der SDF erfolgt im Rahmen eines Abkommens, das im Januar nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Regierung in Damaskus geschlossen wurde. Al-Sharaa hat zudem einen Erlass unterzeichnet, der den Kurden umfassende Minderheitsrechte gewährt.
Einordnung
Die Auflösung der SDF und die damit verbundene Eingliederung in den syrischen Staatsapparat bedeutet einen Wendepunkt für die politische Landschaft in Syrien. Diese Entwicklungen haben substanzielle Auswirkungen auf die kurdischen Autonomiebestrebungen und die zukünftige Stabilität in der Region.


