Kurdenführer Abdi kündigt Auflösung der SDF an
Der syrische Kurdenführer Mazloum Abdi hat die Auflösung der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) verkündet. Dies geschah am Dienstagabend im Präsidentenpalast in Damaskus, wo Abdi den „Ende des Einsatzes“ der SDF und deren Auflösung als unabhängige Streitmacht bekanntgab.
Die Entscheidung folgt einem Abkommen, das im Januar mit der Regierung von Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa geschlossen wurde. Abdi bestätigte, dass die kurdischen Selbstverwaltungsorgane nun vollständig in den syrischen Staatsapparat integriert sind und sprach von einer „neuen Phase“ für die Region.
Im Vereinbarung werden die vollständige Integration der kurdischen Verwaltung in den syrischen Staatsapparat sowie die Stationierung syrischer Sicherheitskräfte in von Kurden bewohnten Gebieten festgelegt. Al-Sharaa unterzeichnete zudem ein Dekret, das den Kurden Minderheitenrechte einräumt.
Die SDF hatten seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 eine Selbstverwaltung mit eigenen Institutionen und Streitkräften etabliert. Ihre Kämpfer spielten eine entscheidende Rolle beim militärischen Sieg über die Jihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) im Jahr 2019.
Einordnung
Die Auflösung der SDF markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der politischen Landschaft Syriens. Die Integration der kurdischen Machtstrukturen in den staatlichen Apparat könnte Einfluss auf die Stabilität und das Machtverhältnis im Land haben, während gleichzeitig den Kurden neue Rechte eingeräumt werden.


