Altkleidercontainer-Verbot in Wien: Humana und Öpula stehen vor Herausforderungen
Ab Januar 2027 wird in Wien ein Verbot für Altkleidercontainer im öffentlichen Raum wirksam. Diese Entscheidung wurde im vergangenen Mai im Wiener Landtag beschlossen und geht auf Probleme wie Vermüllung, gesundheitliche Risiken und erhöhte Reinigungsaufwände zurück.
Die Firma Öpula Rohstoff-Recycling GmbH, die in Groß-Enzersdorf (NÖ) Altkleider sammelt und für karitative Organisationen verwertet, äußert Besorgnis über die wirtschaftlichen Folgen. Kündigungen könnten drohen, da die Existenzgrundlage gefährdet ist. Auch die Organisation Humana, ein internationales Netzwerk von Sozialunternehmen, sieht sich durch das Verbot vor erheblichen finanziellen Herausforderungen.
Humana betreut gegenwärtig in Wien rund 1.000 Altkleidercontainer und sammelte im Jahr 2025 etwa 2,24 Millionen Kilogramm Gebrauchtkleidung, was mehr als 55.000 Entleerungen erforderte. Die Stadt Wien plant, dass künftig nur die Mistplätze als zentrale Abgabestellen dienen sollen. Humana kritisiert dieses neue Sammelsystem als unzureichend, da die Erreichbarkeit der Container entscheidend für die Abgabe sei. Ein Container sei derzeit in der Lage, die Menge zu sammeln, die ein einzelner Shop nicht aufbringen kann, da dieser nur einen Bruchteil der Containerleistung erbringt.
Die Organisation betont, dass sie an Lösungen arbeite, um die weggefallene Sammlung teilweise abzufangen, unter anderem durch Kooperationen mit privaten Sammelpartnern. Zudem prüft Humana rechtliche Schritte, um die gesetzlichen Maßnahmen der Stadt Wien anzufechten.
Einordnung
Das Verbot der Altkleidercontainer wird die Anzahl der verfügbaren Abgabestellen deutlich verringern, was die Sammlung von Textilien in Wien komplizierter macht. Dies könnte letztendlich zu einem Anstieg der Textilien führen, die im Restmüll landen, was sowohl umweltschädlich als auch nicht mit der bestehenden Sammelpflicht gemäß dem Abfallwirtschaftsgesetz vereinbar ist.


