Shein steht vor Herausforderungen im Fast-Fashion-Markt
Shein, einer der größten Anbieter im Bereich Fast Fashion, hat in Hongkong an der Börse auf enttäuschende Weise debütiert. Der chinesische Online-Modehändler sieht sich zudem wachsenden Plagiatsvorwürfen und neuen Zollbestimmungen gegenüber, die das Geschäftsmodell unter Druck setzen.
Shein produziert seine Kleidung in China und vertreibt diese weltweit über seine eigene Website, ohne eigene Fabriken zu betreiben. Täglich bringt das Unternehmen Tausende neue Kleidungsstücke auf den Markt, die es über tausende Subunternehmer herstellt. Durch ein speziell entwickeltes System kann Shein die Produktion schnell an die Nachfrage anpassen, wodurch der Anteil unverkaufter Ware im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt.
Das Unternehmen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 41,85 Milliarden Dollar und hatte bis Ende Juni 273 Millionen Kunden in 160 Ländern. Der Umsatz außerhalb der USA wächst weiterhin überdurchschnittlich, wobei Europa mittlerweile über 35 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. Allerdings geriet das Wachstum des Unternehmens ins Stocken, mit einem Rückgang des Umsatzwachstums von über 20 Prozent auf nur noch 8 Prozent im Jahr 2025.
In Österreich zählt Shein mit einem Umsatz von geschätzten 174 Millionen Euro bereits zu den fünf umsatzstärksten Webshops. Umfragen zeigen, dass jede vierte Person in Österreich bei Shein Mode erworben hat.
Die Bewertung von Shein hat sich jedoch drastisch verringert und liegt momentan bei rund 25 Milliarden Dollar, weit unter dem Höchststand von fast 100 Milliarden Dollar im Jahr 2022. Im Kontext von Plagiatsvorwürfen und neuen Zollregelungen soll das Unternehmen, das die Vorwürfe stets zurückgewiesen hat, nun auch mit höheren Kosten rechnen.
Einordnung
Die Entwicklungen rund um Shein verdeutlichen eine signifikante Verschlechterung der Marktbedingungen für das Unternehmen. Insbesondere die neuen Zollregelungen und die Auseinandersetzungen im Bereich des geistigen Eigentums könnten langfristige Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Gewinnmargen haben.


