Emma Delaney übernimmt als erste Frau die Führung der OMV

September 1, 2026 23:33
Emma Delaney übernimmt als erste Frau die Führung der OMV

Emma Delaney übernimmt den OMV-Vorstand

Emma Delaney führt seit dem 1. September den teilstaatlichen Energiekonzern OMV. Die 53-jährige Irin folgt auf Alfred Stern und ist die erste Frau in dieser Position.

Delaney war über 30 Jahre bei BP tätig, wo sie zuletzt einen Geschäftsbereich mit mehr als 50.000 Beschäftigten in etwa 50 Ländern verantwortete. Sie bringt umfassende Erfahrung aus dem Bereich Förder-, Raffinerie- und Flüssiggasgeschäft mit und spricht fließend Deutsch. Ihr Vertrag bei der OMV hat zunächst eine Laufzeit von drei Jahren und kann um zwei weitere Jahre verlängert werden.

Reinhard Florey bleibt als Finanzvorstand im Unternehmen, was als Zeichen für Kontinuität gewertet wird. Zu Delaneys Hauptaufgaben gehört die strategische Neuausrichtung des Konzerns, der unter ihrem Vorgänger den Umbau vom klassischen Öl- und Gasgeschäft hin zur Chemie- und Kreislaufwirtschaft eingeleitet hat.

Wesentliche Schritte waren die Fusion von Borealis mit Borouge sowie die Übernahme von Nova Chemicals. Die Gasförderung könnte ebenfalls an Bedeutung gewinnen, während die OMV unter Druck steht, langfristig tragfähige Geschäftsfelder zu identifizieren. Geopolitische Risiken im Nahen Osten könnten zudem in Delaneys Amtszeit hineinspielen.

Während der fünfjährigen Amtszeit von Alfred Stern profitierte die OMV von hohen Energiepreisen und schüttete umfassende Dividenden aus, wovon die Republik Österreich über ihren Anteil von knapp einem Drittel mehr als zwei Milliarden Euro erhielt. Delaney übernimmt einen finanziell starken Konzern, dessen Kurs zwischen Öl, Gas und Chemie neu bestimmt werden muss.

Einordnung

Delaneys Ernennung markiert einen Wechsel an der Unternehmensspitze, der in einer Zeit geopolitischer Unsicherheiten und strategischer Neuausrichtung erfolgt. Die Herausforderungen, die sich aus der Markt- und Preissituation ergeben, werden das zukünftige Handeln des Unternehmens prägen.

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