Regionale Landwirte sichern sich gegen Dürreschäden ab
OBERKÄRNTEN. Die Bundesregierung hat ein Hilfspaket von 240 Millionen Euro bereitgestellt, um die durch die bislang trockensten zwölf Monate seit Beginn der Messungen verursachten Dürreschäden in der Kärntner Landwirtschaft zu mildern. Bisher beläuft sich der Schaden auf etwa 70 Millionen Euro bis zum 10. August. Das Hilfspaket umfasst zwei beitragsfreie Monate in der Sozialversicherung, Entlastungen bei Versicherungsprämien sowie Kredithilfen und einen Zuschuss zur Dürreversicherung für 2027.
Insbesondere die regionalen Grünlandbetriebe sind stark betroffen. Der Bergbauer Anton Obernosterer aus Dellach im Drautal berichtet von gravierenden Ertragsausfällen von 70 bis nahezu 100 Prozent. „Dass der erste Schnitt ausfällt, hat es noch nie gegeben. Die gesamte Vegetationsperiode ist betroffen”, erklärt Obernosterer. Diese Erfahrungen haben ihn dazu veranlasst, sich gegen Dürreschäden zu versichern. Er sieht die Unterstützung des Bundes als positiv an, betont jedoch, dass die Auswirkungen der Dürre nicht nur die aktuelle Ernte betreffen werden.
Auch Kartoffelbauer Heimo Oberauner aus Kirchbach im Gailtal spürt die Folgen der Trockenheit. Er rechnet mit einer unterdurchschnittlichen Ernte, die je nach Fläche variieren kann. Die zusätzliche Belastung durch die Notwendigkeit von Bewässerungsanlagen und die steigenden Kosten machen die Situation für die Betriebe noch schwieriger. Obernosterer äußert sich kritisch über die Geschwindigkeit, mit der die Hilfe bei den Betrieben ankommt. „Großes Fragezeichen, ob man dazu überhaupt Hilfspaket sagen darf,” sagt er.
Roland Stark, Landwirt und Sachverständiger bei der Hagelversicherung in Finkenstein, hebt hervor, dass eine Dürreversicherung in diesen Zeiten unerlässlich sei. „Wer nicht versichert ist, ist selber schuld, wenn er auf den Schäden sitzenbleibt,” meint er. Laut Stark ist für Rinderzüchter ein Versicherungsschutz unabdingbar, um Futterzukäufe stemmen zu können. Auch für Grünlandbauern sei ein solcher Schutz ratsam, besonders hier sei die Wasserhaltefähigkeit der Böden ein Problem.
Einordnung
Das Hilfspaket der Bundesregierung zielt darauf ab, die akuten finanziellen Belastungen der Landwirte abzumildern. Die anhaltende Dürre hat jedoch nicht nur unmittelbare Ertragseinbußen zur Folge, sondern wird auch langfristige Auswirkungen auf Angebot und Preise in der Landwirtschaft haben. Diese Entwicklung ist für die gesamte Branche von Bedeutung, da sie die wirtschaftliche Stabilität vieler Betriebe gefährdet.


