Unabhängiger Bauernverband startet Maisballen-Aktion
Der Unabhängige Bauernverband (UBV) hat auf die extreme Trockenheit und den Mangel an Futtervorräten in diesem Sommer reagiert und eine Maisballen-Aktion ins Leben gerufen. Bei einer Feldbegehung in Groß St. Florian stellte der Verband ein Sockelbetragsmodell vor, das den Bäuerinnen und Bauern eine angemessene Vergütung für ihre Leistungen garantieren soll.
Der UBV warnt, dass infolge der Dürre bis zu 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der Region die Produktion einstellen könnten. Um dem entgegenzuwirken, wird das Sockelbetragsmodell vorgeschlagen. „Das Modell sorgt dafür, dass die finanzielle Unterstützung direkt bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommt und nicht in Verwaltungskosten verloren geht“, so Rudi Gutjahr, Obmann des UBV Steiermark. Dies könnte zu einer Reduzierung der Schuldenlast der Bäuerinnen und Bauern führen und die Notwendigkeit von Förderungen verringern.
Dank der Solidarität innerhalb der Landwirtschaft konnten bereits 2.000 Maisballen mobilisiert werden, was etwa 2.000 Tonnen Futtermittel entspricht. Gutjahr betont die Bedeutung der Unterstützung unter den Landwirten: „In dieser schwierigen Zeit zeigt sich, dass die Solidarität stark ist. Die erhoffte Unterstützung von politischer Seite bleibt jedoch aus.“
„Mit dem Dürre-Hilfspaket wird kein Geld direkt an die Betriebe weitergegeben. Stattdessen verschiebt die Bundesregierung die Auszahlung der Agrar-Gelder auf September, was die Bäuerinnen und Bauern in neue Schulden treibt“, kritisiert der UBV.
Die Maisballen-Aktion wird von Toni Ertl, Rudi Gutjahr und Barbara Kapaun-Lerchbaum koordiniert. Die ursprünglich als Körnermais angelegten Flächen wurden siliert und zu Ballen gepresst. Nach einer dreiwöchigen Ruhezeit werden die Ballen an die Landwirte verteilt, um ihnen eine nachhaltige Futterversorgung für den Winter zu sichern.
Rudi Gutjahr kritisiert die agrarpolitischen Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, die seiner Ansicht nach nicht ausreichend auf die aktuellen Herausforderungen reagieren. Seit 1986 habe sich die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich um zwei Drittel reduziert. „Wenn sich die Einkommen und Extremwetterereignisse weiterhin negativ entwickeln, werden wir bis 2030 mindestens 50 Prozent der Betriebe verlieren“, warnt er.
Einordnung
Die Maisballen-Aktion des UBV ist eine direkte Reaktion auf die aktuelle Dürresituation und zielt darauf ab, die unmittelbaren Folgen für die Landwirte zu mildern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten dazu beitragen, die Existenzgrundlage vieler Betriebe zu sichern und die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung zu verringern.


