Wetterbedingter Anstieg der Inflation in Österreich
Wegen des außergewöhnlich heißen und trockenen Sommers wird die Inflation in Österreich voraussichtlich zwischen September 2026 und Juni 2027 um etwa 0,1 Prozentpunkte steigen, wie eine Analyse der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zeigt.
Die OeNB meldet, dass Hitze, Trockenheit und extreme Wetterbedingungen die Preisentwicklung in Österreich zunehmend beeinflussen. Betroffen sind insbesondere Lebensmittel, Getränke und Energie, wobei die Auswirkungen auf die Gesamtinflation meist begrenzt bleiben.
In ihrem aktuellen Policy Brief hat OeNB-Ökonomin Mirjam Salish Daten aus dem Zeitraum von 2000 bis Juni 2026 ausgewertet, um die Reaktionen bestimmter Produkte des Verbraucherpreisindex auf extreme Wetterbedingungen zu untersuchen. Die Temperatur zeigte dabei den stärksten Einfluss auf die Preisentwicklung, insbesondere bei Energiepreisen und ausgewählten Lebensmitteln wie Fruchtsäften, Milchprodukten und Bier. Milderes Winterwetter kann hingegen den Preisdruck auf Energie verringern, da weniger Heizenergie benötigt wird.
Einfluss von Wetterextremen auf Märkte
Wetterextreme haben weitreichende Auswirkungen auf landwirtschaftliche Erträge, Transportwege und Lieferketten. Sie verändern auch den Energiebedarf für Heiz- und Kühlzwecke sowie die Kaufentscheidungen der Verbraucher, was sich direkt auf die Verbraucherpreise niederschlägt.
Die Hitze und Dürre des Sommers 2026 verdeutlichen, dass Wetterdaten für Inflationsprognosen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Laut Salish erhöhen besonders extreme oder langanhaltende Wetterabweichungen die Unsicherheit in wirtschaftlichen Vorhersagen.
Einordnung
Die prognostizierte Erhöhung der Inflation um 0,1 Prozentpunkte ist eine direkte Folge klimatischer Veränderungen, die den Markt beeinflussen. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten wird die Notwendigkeit, Wetterbedingungen in wirtschaftliche Analysen einzubeziehen, immer deutlicher. Dies könnte Auswirkungen auf die Geldpolitik und Preisprognosen haben.


