Alarmierende Suizidzahlen in österreichischen Gefängnissen
Die Volksanwältin Gabriela Schwarz (ÖVP) macht anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September auf die steigenden Suizidzahlen in den österreichischen Justizanstalten aufmerksam. Bis Ende August 2023 wurden bereits so viele Suizide aus den Gefängnissen gemeldet wie im gesamten Vorjahr, was einen Höchststand von 2025 erreicht.
Seit Jahresbeginn sind insgesamt acht Suizide und 33 Suizidversuche registriert worden, darunter auch Fälle von Jugendlichen. Die meisten Suizide traten in der Justizanstalt Wien-Josefstadt auf, gefolgt vom Forensisch-Therapeutischen Zentrum Asten und der Justizanstalt Innsbruck. Schwarz äußerte die Befürchtung, dass die Zahl der Suizide in diesem Jahr weiter ansteigen könnte.
Die Volksanwältin forderte das Justizministerium auf, die Präventionsmaßnahmen zu verbessern und ein zweites Einschätzungsverfahren des Suizidrisikos einige Wochen nach Haftantritt einzuführen. „Eine Einschätzung des Suizidrisikos bei Haftantritt reicht nicht,“ betonte Schwarz und wies darauf hin, dass diese Maßnahme bereits in 48 Empfehlungen einer Expertengruppe enthalten sei, die 2023 dem Justizministerium vorgelegt wurde.
Einordnung
Die dringenden Warnungen von Schwarz verdeutlichen die Notwendigkeit, die Bedingungen und Behandlung in Justizanstalten zu überprüfen. Die seit Jahren steigenden Suizidzahlen unterstreichen die Dringlichkeit, angemessene Präventionsmaßnahmen zu implementieren und die psychische Gesundheit von Insassen zu priorisieren.


