Austrian Deradicalization Program Ends Collaboration Amid Controversy
Das Justizministerium hat die Zusammenarbeit mit der Deradikalisierungsstelle Derad beendet, nachdem Vorwürfe gegen Akteure im Verein bezüglich Verbindungen zur Muslimbruderschaft laut wurden. Der Verein warnt vor einem „Sicherheitsrisiko“ aufgrund der Beendigung der Betreuung von 250 Klienten aus dem islamistischen und rechtsextremen Spektrum, von denen 90 auf Bewährung frei sind.
In einer Presseaussendung bedauert Derad den Verlust von mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Extremismusprävention und betont die Notwendigkeit stabiler Betreuungsbeziehungen. Die Betreuung von Insassen in Justizanstalten wird nun nicht mehr gewährleistet, was die kritische Analyse relevanter Literatur betrifft. Derad weist darauf hin, dass etwa 20 Prozent der Klienten aus dem rechtsextremen Bereich stammen.
Das Justizministerium teilte auf Anfrage mit, dass Mitarbeiter von Derad ab sofort keinen Zugang mehr zu Justizanstalten haben, es jedoch keine Versorgungslücke geben werde. Alternative Organisationen seien bereit, die deradikalisierung zu unterstützen. Zudem sollen interdisziplinäre Fachteams in den Justizanstalten interventionelle Maßnahmen entwickeln.
Unklar bleibt, wie es mit den verurteilten Islamisten weitergeht, die der Justiz durch Weisung zugewiesen wurden. Ihre Vertreter befürchten, dass das Fehlen zeitnaher Termine als Nichteinhaltung der Weisung gewertet werden könnte. Der Justizministerium bestätigte, dass der Bewährungshilfeverein Neustart informiert wurde, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.
In der Folge hat auch die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) die Zusammenarbeit mit Derad eingestellt. Der Verein hatte seit 2024 Aufträge zur Extremismusprävention erhalten, die nun wegfallen. Trotz dieser Entwicklungen beabsichtigt Derad, die fachliche Arbeit im Bereich Extremismus und Deradikalisierung fortzusetzen, obwohl die Website des Vereins derzeit offline ist.
Einordnung
Die Beendigung der Zusammenarbeit mit Derad schafft eine Unsicherheit in der Betreuung von gefährdeten Personen. Die Entwicklungen werfen Fragen zur Fortsetzung der Deradikalisierungsmaßnahmen auf und könnten die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen, wenn diese Programme nicht zeitnah ersetzt werden.


