Details zum Anti-Terror-Einsatz in Istanbul bekannt
Am 3. September 2023 wurde ein IS-Anhänger bei einem Anti-Terror-Einsatz der türkischen Polizei in Istanbul erschossen. Der 20-jährige österreichisch-türkische Staatsbürger war Ende Mai in Wien wegen terroristischer Vereinigung verurteilt und anschließend unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
Der Mann hatte am 28. Mai 2026 vom Wiener Landesgericht eine Strafe von zwei Jahren erhalten, davon acht Monate ohne Bewährung. Sein unbedingter Strafteil wurde auf die U-Haft angerechnet, was zu seiner Freilassung führte. Der Gerichtssprecher Christoph Zonsics-Kral erklärte, dass das Gericht keine Warnung über etwaige Ausreisepläne des Mannes erhalten habe.
Derad, ein Verein zur Deradikalisierung, hatte jedoch gewarnt, dass der Mann als gefährlich eingeschätzt werde. Trotz dieser Warnung hatte Derad am 22. Juli mitgeteilt, dass alle Auflagen eingehalten wurden. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich der 20-Jährige bereits illegal in der Türkei auf und plante anscheinend einen Anschlag.
Das Wiener Landesgericht wurde erst von einem Bewährungshilfeverein über die veränderten Lebensumstände des Mannes informiert, nachdem er einen Termin versäumte. Auch die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst hatte über die Besorgnis der Eltern des Mannes Kenntnis erlangt, die Alarm geschlagen hatten.
Einordnung
Die Geschehnisse werfen Fragen zur Effizienz der Überwachung von verurteilten IS-Anhängern auf. Es wird diskutiert, ob die bestehenden Kontrollmechanismen ausreichend sind, um potentielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.


