Markus Marterbauer soll laut einer Kommentierung im Amt des Finanzministers bleiben, Anfang 2026 Vizekanzler werden und in der Praxis auch eine führende Rolle in der SPÖ übernehmen. Damit würde sich nach Ansicht des Autors eine ungewöhnlich enge Verflechtung von Regierungs- und Parteifunktionen ergeben.
Der Kommentar hält fest, dass Marterbauer Finanzminister bleiben dürfte, sofern es sein durch eine Krebserkrankung beeinträchtigter Gesundheitszustand zulässt. Zugleich wird erwartet, dass er zu Jahresbeginn Andreas Babler als Vizekanzler ablöst.
Der Autor argumentiert, Marterbauer werde dann de facto auch die SPÖ führen. Er habe in Interviews bereits signalisiert, dass er aktiv auftreten und inhaltliche Schwerpunkte setzen wolle – unter anderem in der Wirtschafts-, Sicherheits- und Klimapolitik.
Für einen eigenständigen Parteivorsitz bleibe damit kaum Spielraum, heißt es in dem Text. Allenfalls eine geschäftsführende Funktion komme in Frage, um Marterbauer organisatorisch zu entlasten.
Wörtlich heißt es: „Markus Marterbauer will auch inhaltliche Akzente im Sinne der SPÖ setzen. Da würde allenfalls noch Platz für einen geschäftsführenden Vorsitzenden bleiben.“ Und weiter: „Das sind zwei mehr als ausfüllende Aufgaben.“
Der Kommentar verweist zudem darauf, dass Marterbauer wohl nicht bereit sei, das Finanzressort aufzugeben, nur um Vizekanzler und faktischer SPÖ-Chef zu werden. Gleichzeitig werde der finanzpolitische Druck hoch bleiben: Für die nächsten zwei bis drei Jahre seien laut IHS, WIFO und Fiskalrat weiterhin deutliche Einsparungen oder Steuererhöhungen nötig.
Das könne Marterbauer politisch angreifbar machen, schreibt der Autor. Oppositionsparteien sowie Koalitionspartner ÖVP und NEOS könnten ihm unpopuläre Sparschritte oder Steuererhöhungen anlasten. Als Beispiel nennt der Text jüngste Forderungen von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nach einer Abschaffung der Flugabgabe.


