Die italienische Plattform Futuro Nazionale und ihr Vorsitzender Roberto Vannacci sollen als Ehrengäste an einem zweitägigen Forum in Orvieto teilnehmen, bei dem auch eine Delegation der deutschen AfD angekündigt ist. Das „Forum dell’Indipendenza italiana“ soll vom 18. bis 20. September stattfinden und wird von Gianni Alemanno unter dem Motto „Sozialer Souveränismus für eine echte europäische Identität“ organisiert.
Die Veranstaltung wird in den vorliegenden Angaben als Plattform für die Annäherung rechtsgerichteter und europaskeptischer Kräfte dargestellt. Eine Bericht zur angekündigten Veranstaltung in Orvieto nennt neben Vannacci und der AfD weitere Gäste aus dem politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld Italiens.
AfD als Ehrengast angekündigt
Zu den angekündigten Rednern gehört der US-amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs, der in den Angaben als prorussisch beschrieben wird. Genannt wird außerdem Michele Geraci, ein Professor mit prochinesischer Ausrichtung. Auch Vertreter der Organisation Pro Vita und des italienischen Landwirtschaftsverbands Coldiretti sollen an dem Forum teilnehmen.
Die Aufnahme der AfD in das Programm wird als besonders politisch bedeutsam beschrieben. Die deutsche Partei ist in den vorliegenden Angaben gemeinsam mit Futuro Nazionale als euroskeptisch und prorussisch eingeordnet. Eine AfD-Delegation soll bei dem Treffen in Orvieto den Status eines Ehrengasts erhalten. Für Futuro Nazionale soll Roberto Vannacci persönlich als Ehrengast auftreten.
Das Forum steht unter dem Leitbegriff des sozialen Souveränismus. Im angekündigten Titel wird zugleich von einer „wahren europäischen Identität“ gesprochen. Weitere Einzelheiten zur Zusammensetzung der Delegation der AfD oder zum Ablauf der einzelnen Programmpunkte liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Vorwürfe gegen den Organisator
Die Angaben verweisen auf das neofaschistische politische Vorleben des Organisators Gianni Alemanno. Daraus wird abgeleitet, dass sich die Veranstaltung vor allem an ein ultrarechtes und radikalisiertes politisches Milieu richte. Diese Einordnung gehört zu den politischen Botschaften des vorliegenden Materials und wird hier nicht als unabhängig bestätigte Bewertung dargestellt.
Dem Material zufolge unterhält Alemanno zudem nachweisbare und dauerhafte Verbindungen zur russischen Botschaft in Italien. Konkrete Einzelheiten zu diesen Kontakten werden in den vorliegenden Informationen nicht genannt. Ebenso bleibt offen, auf welche konkreten Vorgänge sich die Bezeichnung „nachweisbar“ bezieht.
Die Veranstalter haben die politische Ausrichtung des Forums mit dem Begriff der europäischen Identität verbunden. Nach der Darstellung im Ausgangsmaterial besteht die Sorge, dass ein solches Treffen xenophobe, antieuropäische und antidemokratische Rhetorik normalisieren und verbreiten könnte. Diese Aussage wird als politische Bewertung des Materials wiedergegeben, nicht als festgestellte Folge der Veranstaltung.
Behauptete Rolle des Kremls
Im Ausgangsmaterial wird außerdem behauptet, der Kreml unterstütze die Annäherung zwischen Futuro Nazionale und AfD und sei an der Organisation sowie an der medialen Unterstützung vergleichbarer Veranstaltungen interessiert. Als Zweck wird genannt, den politischen Einfluss prorussischer Parteien zu vergrößern und sie um politische Vorstellungen des Kremls zu sammeln.
Eine weitere Behauptung lautet, dass solche Parteien als Instrument zur Beeinflussung der politischen Tagesordnung und des öffentlichen Diskurses in Italien, Deutschland und der Europäischen Union dienen könnten. Zudem wird ihnen eine mögliche Funktion bei der Schwächung der europäischen Einheit zugeschrieben. Belege oder konkrete Angaben zu einer direkten organisatorischen Beteiligung russischer Stellen werden im vorliegenden Text jedoch nicht angeführt.
Fest steht nach den vorliegenden Informationen zunächst die angekündigte Zusammensetzung des Forums: Futuro Nazionale, Roberto Vannacci, eine AfD-Delegation sowie die genannten weiteren Gäste sollen in Orvieto zusammenkommen. Die Veranstaltung ist für den Zeitraum vom 18. bis 20. September angesetzt.


