Wifo-Chef fordert Anhebung des Pensionsantrittsalters
Gabriel Felbermayr, Leiter des Wifo, hat sich am Sonntag für eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters von 65 auf 67 Jahre ausgesprochen. In der ORF-„Pressestunde“ betonte er die Notwendigkeit dieser Maßnahme in Anbetracht der Entwicklungen in den OECD-Ländern.
Felbermayr argumentiert, dass eine Erhöhung des Antrittsalters auch zu höheren Sozialversicherungsbeiträgen führen würde, da mehr Menschen in den Arbeitsmarkt integriert wären. Zudem spricht er sich dafür aus, das Pensionsantrittsalter automatisch an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Ein wichtiger Aspekt sei der Vertrauensschutz für die Betroffenen.
Der Wifo-Chef sieht auch die Arbeitgeber in der Pflicht, Rahmenbedingungen zu schaffen, die längeres Arbeiten ermöglichen. Er unterstützt ein Bonus-Malus-System für Unternehmen, welches Arbeitsministerin Korinna Schumann vorschlägt, warnt jedoch vor einer möglichen Benachteiligung jüngerer Firmen.
Zu dem Vorschlag von Bundeskanzler Christian Stocker, die Pensionen durch einen Fonds, der aus Dividenden von Staatsbeteiligungen gespeist wird, abzusichern, äußerte Felbermayr, dass die geplante Finanzierung von rund der Hälfte der jährlichen Ausschüttungen nicht ausreichend sei.
Ein weiterer Vorschlag Stockers betrifft das „Zukunftsdepot“, das es ermöglichen soll, für jedes Kind jährlich bis zu 5.000 Euro steuerfrei anzulegen. Felbermayr hält die Idee für positiv, sieht jedoch die Gefahr, dass dies vor allem besser Verdienenden zugutekommt und empfiehlt eine Reduzierung des maximal einzahlbaren Betrags.
Einordnung
Die Anhebung des Pensionsantrittsalters und die geplanten Reformen im Pensionssystem können weitreichende Auswirkungen auf die österreichische Sozial- und Arbeitsmarktpolitik haben. Diese Vorschläge zielen darauf ab, die finanzielle Stabilität des Pensionssystems zu sichern und gleichzeitig die Integration von mehr Menschen in den Arbeitsmarkt zu fördern.


