Österreichs Wirtschaftswachstum 2027 verbessert
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) prognostiziert für 2027 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Gleichzeitig wird ein Rückgang der Inflation auf 2,3 Prozent erwartet. Der Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde, unterstreicht jedoch, dass geopolitische Risiken weiterhin erhebliche Unsicherheiten mit sich bringen.
Für das Jahr 2026 geht die OeNB von einem Wachstum von 0,5 Prozent aus, was eine Korrektur gegenüber der Prognose aus dem Juni um 0,2 Prozentpunkte darstellt. Im Gegensatz dazu wurde die Schätzung für 2026 um 0,1 Prozentpunkte nach unten angepasst, was auf eine schwächere Wirtschaftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen ist. Für das zweite Halbjahr gibt es jedoch Hinweise auf eine Belebung, unterstützt durch die Verbesserung der Auftragslage und der Stimmung in der heimischen Industrie.
Entspannung am Arbeitsmarkt
OeNB-Gouverneur Martin Kocher berichtete über eine Verbesserung der Auftragslage in der österreichischen Industrie trotz der Auswirkungen des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten. Die Dürre in diesem Sommer könnte das Wirtschaftswachstum 2026 jedoch um 0,1 Prozentpunkte beeinträchtigen. Am Arbeitsmarkt wird eine langsame Entspannung erwartet, mit einer sinkenden Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent im Jahr 2026 auf 7,3 Prozent im Jahr 2027 und 7,1 Prozent im Jahr 2028.
Inflation sinkt auf 2,3 Prozent
Die OeNB prognostiziert für 2026 eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent. Im Jahr 2027 soll diese auf 2,3 Prozent und 2028 auf 2,2 Prozent zurückgehen. Ein wesentlicher Faktor für diesen Rückgang ist das prognostizierte Nachlassen der Energieinflation, die von 6,5 Prozent im Jahr 2026 auf 1,0 Prozent im Jahr 2027 sinken soll. Kocher äußerte, dass die heimische Inflation sich in den kommenden Jahren weitgehend mit der des Euroraums entwickeln werde. Die im Juli eingeführte Mehrwertsteuersenkung auf bestimmte Lebensmittel sei nahezu vollständig an die Verbraucher weitergegeben worden.
Geopolitische Risiken beeinflussen Prognose
Die Zukunft der Wirtschaftsprognose hängt stark von der weiteren Entwicklung des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten ab. Im ungünstigsten betrachteten Szenario könnte die Inflation 2027 auf 5,6 Prozent steigen, während das Wirtschaftswachstum auf nur 0,3 Prozent sinken könnte. Eine Rezession erwartet die OeNB jedoch selbst unter diesen Annahmen nicht.
Einordnung
Die angepassten Wachstumsprognosen verdeutlichen eine positive Wendung in der Wirtschaftslage Österreichs, während gleichzeitig die Inflationsraten moderater werden. Die geopolitischen Risiken erfordern jedoch weiterhin Vorsicht, da sie die Stabilität der wirtschaftlichen Erholung gefährden könnten.


