Ernteausfälle durch extreme Trockenheit
Die extreme Trockenheit und anhaltende Hitze in diesem Jahr haben den heimischen Obstbau erheblich beeinträchtigt. Die Landwirtschaftskammer schätzt, dass die Apfelernte um 30 bis 50 Prozent zurückgehen wird. Viele Äpfel bleiben aufgrund des Wassermangels zudem kleiner als 55 Millimeter Durchmesser und können somit nicht als Tafelobst vermarktet werden.
Beim Obstbaubetrieb Nikles sind die Äpfel zwar klein, jedoch geschmacklich in gutem Zustand. Das Steinobst habe sich hingegen besser entwickelt. Helene Nikles berichtet, dass Bewässerungsteiche, die Oberflächenwasser speichern, den Bäumen während des trockenen Sommers halfen. Ein Problem stellen jedoch die Biber dar, die Löcher in die Dämme gruben. Zudem traten die Chinesische Baumwanze und die Rebzikade verstärkt auf.
Im Obstbaubetrieb Zotter fiel die Ernte bei Kernobst um etwa 20 Prozent geringer aus, während das Steinobst gut gedeihen konnte. Gerald Zotter erklärt, dass die Bewässerungsteiche mittlerweile trocken sind, im Gegensatz zu tief wurzelnden Weinstöcken, die die Trockenheit besser überstanden haben.
Besonders stark litten Äpfel und Birnen im Betrieb Hoanzl. Die Früchte blieben klein und teilweise saftlos. Zudem schädigen zahlreiche Baumwanzen die Äpfel, indem sie während des Wachstums in die Früchte stechen und diese unansehnlich machen, so Franz Hoanzl.
Die Kombination aus geringeren Erträgen, Absatzproblemen aufgrund der kleinen Früchte und steigenden Bewässerungskosten führt zu einer angespannten Erntebilanz. Christian Reicher von der Landwirtschaftskammer Güssing appelliert, regionales Obst zu kaufen, um den Obstbauern in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Trotz der widrigen Bedingungen bleibt die geschmackliche Qualität der Äpfel oftmals gut.
Einordnung
Die Ernteausfälle und die Qualitätseinbußen bei Obst in Südburgenland haben direkte Auswirkungen auf die lokale Landwirtschaft und den Handel. Verbraucher werden aufgefordert, regionales Obst zu unterstützen, um die wirtschaftliche Lage der Obstlieferanten zu stabilisieren. Dies könnte langfristig auch die Verfügbarkeit und Vielfalt von regionalen Erzeugnissen beeinflussen.


