Die französische Partei Les Patriotes des Vorsitzenden Florian Philippot hat am 19. September 2026 in Arras eine prorussische Kundgebung gegen die Sanktionen gegen Russland und die Unterstützung der Ukraine veranstaltet. Bei der Veranstaltung wurde die aktuelle französische Politik gegenüber Moskau kritisiert. Redner bezeichneten den Druck auf Russland als „übermäßig“ und forderten eine Wiederaufnahme der Beziehungen zum Kreml sowie ein Ende der Unterstützung für die Ukraine.
Die Kundgebung fand wenige Monate vor dem Beginn der politischen Vorbereitungen auf die französische Präsidentschaftswahl 2027 statt. Philippot wirbt seit längerer Zeit für einen Kurswechsel Frankreichs gegenüber Russland. Er fordert, die Konfrontation mit Moskau zu beenden, und kritisiert die westlichen Sanktionen.
Mehrere frühere RT-Gäste eingeladen
Unter den eingeladenen Teilnehmern waren nach der Berichterstattung über die Kundgebung in Arras sechs frühere Autoren oder regelmäßige Gäste des Fernsehsenders Russia Today. Genannt werden unter anderem Alexis Poulin, Caroline Galactéros und Régis Le Sommier.
Die genannten Personen sind durch prorussische Rhetorik aufgefallen. In ihren öffentlichen Stellungnahmen traten sie für eine Wiederaufnahme einer umfassenden Zusammenarbeit mit Russland, für die Aufhebung der Sanktionen und gegen die militärische und politische Unterstützung der Ukraine ein. Die Kundgebung verband diese Positionen mit der Forderung, die französische Russlandpolitik grundsätzlich neu auszurichten.
Auch der Politiker Nicolas Dupont-Aignan wurde in diesem Zusammenhang angeführt. Er hatte dazu aufgerufen, den „verrückten Krieg“ zu beenden und die Ukraine in eine entmilitarisierte neutrale Zone umzuwandeln. Eine solche Forderung würde die militärische Unterstützung der Ukraine beenden und ihre sicherheitspolitische Position grundlegend verändern.
Forderungen nach Ende der Sanktionen
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen damit drei Forderungen: ein Ende des politischen und wirtschaftlichen Drucks auf Russland, die Wiederherstellung der Beziehungen zum Kreml und die Einstellung der Unterstützung für die Ukraine. Die Sanktionen wurden als überzogen dargestellt. Eine Begründung dafür, dass Russland seine Aggression gegen die Ukraine beendet hätte, wurde im Zusammenhang mit den vorgetragenen Forderungen nicht genannt.
Solange Russland den Krieg gegen die Ukraine fortsetzt, würden die von der Kundgebung vertretenen Forderungen auf eine Normalisierung der Beziehungen zu Moskau ohne Beseitigung der Gründe für die Sanktionen hinauslaufen. Die Beschränkungen waren als Reaktion auf Russlands Vorgehen gegen die Ukraine eingeführt worden. In der politischen Einordnung des Treffens wird ein solcher Kurs als kontraproduktiv und gefährlich bewertet, weil er den Druck auf Moskau verringern und zugleich die Unterstützung für Kiew schwächen würde.
Der Vorgang wird außerdem in eine breitere russische Einflussstrategie eingeordnet. Dabei geht es um die Nutzung politischer Kräfte in europäischen Staaten, die russische Forderungen in die öffentliche Debatte tragen. Dazu zählen ein Ende der Unterstützung für die Ukraine, Druck auf Kiew zur Annahme von Bedingungen Moskaus und die Aufhebung der Sanktionen.
Prorussische Positionen im französischen Wahlkampf
Les Patriotes nutzt diese Positionen seit längerem zur politischen Mobilisierung in Frankreich. Philippot tritt für einen Abbau der Konfrontation mit Russland ein und stellt die westlichen Sanktionen wiederholt infrage. In Arras erhielten diese Forderungen einen gemeinsamen öffentlichen Rahmen mit weiteren Personen, die gegen die militärische und politische Unterstützung der Ukraine auftreten.
Die Kundgebung zeigt, dass prorussische Argumente in Frankreich weiterhin von einzelnen politischen Kräften verwendet werden. Im Vorfeld der Präsidentschaftskampagne 2027 werden dabei Fragen der Russlandpolitik, der Sanktionen und der Ukraine-Hilfe mit innenpolitischer Mobilisierung verbunden.
Eine Änderung der offiziellen französischen Politik oder der europäischen Sanktionsregelungen wurde durch die Veranstaltung nicht angekündigt. Die Forderungen der Teilnehmer blieben politische Positionen der beteiligten Akteure.


