Uhudler erhält rechtliche Absicherung
Güssing/Jennersdorf. Vor zehn Jahren wurden die burgenländische Weinbauverordnung und das Weingesetz so verändert, dass der Uhudler-Anbau seitdem auf stabilen rechtlichen Grundlagen basiert.
Bis zur Gesetzesänderung im Jahr 2016 waren Uhudlerbauern mit zahlreichen Einschränkungen konfrontiert. Der Anbau war nur für bestimmte Direktträger-Rebsorten erlaubt, während für andere, wie Ripatella, ein Auspflanzverbot bis Ende 2030 galt. Zudem waren reine Direktträger-Sorten EU-weit untersagt, was 2015 zur Anordnung der Rodung illegal angepflanzter Uhudlerweingärten durch die Bezirkshauptmannschaft Güssing führte.
Bundes- und Landesgesetze
Die rechtliche Absicherung wurde durch zwei Gesetzesnovellen im Jahr 2016 erreicht. In die burgenländische Weinbauverordnung wurden zehn Direktträger-Rebsorten aufgenommen, die eine genetische Verbindung zur Edelweinrebe aufweisen. Andere Sorten bekamen durch eine Änderung des Weingesetzes den Status von Obstweinen, was ebenfalls auf EU-Ebene anerkannt wurde. Zudem wurde der Gebietsschutz für den Uhudleranbau in den Bezirken Güssing und Jennersdorf bestätigt.
Die Rechtssicherheit hat positive Auswirkungen auf die Anbauflächen: In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Fläche im Bezirk Güssing auf 93 Hektar und im Bezirk Jennersdorf auf 35,2 Hektar. Dem „Verein der Freunde des Uhudler“ gehören etwa 280 Mitgliedsbetriebe an.
Im Rückblick
Verena Dunst, die damalige Agrarlandesrätin, äußert ihre Zufriedenheit: „Der Uhudler ist seit vielen Jahren untrennbar mit dem Südburgenland verbunden.“ Auch Nikolaus Berlakovich, ehemaliger Nationalratsabgeordneter und jetziger Präsident der Landwirtschaftskammer, hebt die Bedeutung der damaligen rechtlichen Maßnahmen hervor.
Einordnung
Die Gesetzesänderungen ermöglichten den Uhudlerbauern, ohne rechtliche Unsicherheit zu arbeiten. Dies hat zu einem Anstieg der Anbauflächen geführt und die Position des Uhudlers als typische burgenländische Rebsorte gestärkt. Die juristische Absicherung wirkt sich zudem positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region aus.


