Erntebilanz nach Hitzesommer: Deutschlandsberg verzeichnet nur moderate Einbußen

September 24, 2026 23:53
Erntebilanz nach Hitzesommer: Deutschlandsberg verzeichnet nur moderate Einbußen

Extreme Wetterbedingungen beeinträchtigen Landwirtschaft im Bezirk Deutschlandsberg

Der extrem trockene Sommer 2023 hat gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft im Bezirk Deutschlandsberg. Der Obmann der Landwirtschaftskammer, Christian Polz, erläutert die Situation und deren Folgen für die Erträge in der Region.

Im Bezirk Deutschlandsberg nimmt das Dauergrünland mit 54 Prozent den größten Flächenanteil ein, während fast 60 Prozent der Bodennutzung von Wäldern beansprucht werden. Die jüngsten Wetterextreme haben daher sowohl Wiesen als auch Wälder stark belastet.

Bereits im Frühling dominierten braune Wiesen das Landschaftsbild, gefolgt von einem rekordverdächtigen Sommer, der Hitzewerte bis zu 38 Grad und extremen Wassermangel mit sich brachte. Besonders in den tiefen Lagen gab es wochenlang weder Taunässe noch Niederschläge.

Die Pflanzen litten stark unter diesen Bedingungen, was zu Ertragseinbußen von 40 bis zu 70 Prozent bei der zweiten Mahd führte. Polz beschreibt, dass Wiesen regelmäßigen Niederschlag benötigen, um gedeihen zu können. Der Bezirk, mit über 50 Prozent Grünlandanteil, ist besonders betroffen.

„Wir sollten trotz allem dankbar für unsere fruchtbare Gegend und den Regen, den wir haben. Die Landwirte haben nur begrenzte Reserven, und Missernten wie in anderen Teilen Mitteleuropas sind bei uns nicht in diesem Ausmaß bekannt,“ erläutert Polz.

Dank der jüngsten Regenfälle erholten sich die Wiesen zwar wenig, eine dritte Mahd ist aufgrund des Wachstums jedoch nicht möglich. Viele Bauern können jedoch ihre Tiere weiden lassen, um die Wintervorräte zu schonen.

Die Ernteergebnisse variieren je nach Kultur. Während das Wintergetreide eine gute Ernte ergab, war der Maisertrag stark von der Bodenbeschaffenheit abhängig und fiel in schottrigen Lagen geringer aus. Bei älteren, tief wurzelnden Anlagen wurden Erträge von 80 bis 90 Prozent erreicht.

Polz ergänzt, dass die Weinbauern trotz der Hitze eine exzellente Qualität verzeichnen können. Die Apfelernte war von guter Qualität, jedoch kleinere Früchte als gewohnt. Im Sojaanbau kam es hingegen zu einem Rückgang auf etwa 70 bis 80 Prozent des Ertrages.

Einordnung

Die anhaltenden Wetterextreme stellen die Landwirte im Bezirk Deutschlandsberg vor erhebliche Herausforderungen, da die Erträge dramatisch gesenkt wurden. Dies könnte langfristige Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung und die Preise haben, insbesondere wenn ähnliche klimatische Bedingungen in Zukunft erneut auftauchen.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Hannes Baumgartner spricht über seine Karriere bei Sema im Salzkammergut
Vorheriger artikel

Hannes Baumgartner spricht über seine Karriere bei Sema im Salzkammergut

Lehre in Horn stärkt Handwerk gegen Fachkräftemangel in Österreich
Nächster artikel

Lehre in Horn stärkt Handwerk gegen Fachkräftemangel in Österreich

Nicht verpassen