Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) verlangt nach einer Branchenuntersuchung neue gesetzliche Regeln für den österreichischen Fernwärmemarkt. Im Abschlussbericht spricht sie sich unter anderem für transparentere Preise und eine unabhängige Schlichtungsstelle aus.
Die Untersuchung hatte die Behörde im August 2024 eingeleitet. Nun liegen demnach 14 Empfehlungen vor, mit denen der Markt aus Sicht der BWB stärker kontrolliert und für Kundinnen und Kunden nachvollziehbarer werden soll.
Als Begründung verweist die Behörde darauf, dass ein Anbieterwechsel nach dem Anschluss an Fernwärme kaum möglich sei. BWB-Generaldirektorin Natalie Harsdorf sagte dazu: „Fernwärme ist von lokalen Monopolen und Abhängigkeiten geprägt. Einmal ans Netz angeschlossen, ist ein Wechsel kaum mehr möglich. Umso wichtiger sind ein klarer Rechtsrahmen, transparente Preise und eine wirksame Kontrolle“.
Nach Angaben der Behörde gibt es für Fernwärme weder einen eigenen Regulator noch eine unabhängige Schlichtungsstelle. Der Markt sei von lokalen Monopolen und Abhängigkeiten geprägt. Zugleich fand die BWB keine Anzeichen für einen systematischen Missbrauch der Monopolstellung, konnte aber nicht abschließend klären, ob einzelne Preise für Haushalte missbräuchlich hoch waren.
Die BWB kritisiert auch die komplexen Vertragsbeziehungen zwischen Anbietern, Hausverwaltungen und Abrechnungsunternehmen. Für Konsumentinnen und Konsumenten seien diese Strukturen kaum nachvollziehbar. Harsdorf sagte dazu: „Die BWB hat zwei Jahre gebraucht, da durchzusteigen“.
Zu den weiteren Empfehlungen zählen regelmäßige Ausschreibungen für Erfassung, Ablesung und Abrechnung des Verbrauchs, damit mehr Wettbewerb zwischen Messdienstleistern entsteht. Falls das nicht ausreicht, müsse dieser Bereich reguliert werden, so die Behörde. Vorgeschlagen werden außerdem bundesweit einheitliche Kundenrechte, verständlichere Rechnungen, unabhängige Preisindizes, die Vermeidung von Anschlusszwängen und eine erleichterte Einspeisung von Wärme durch andere Anbieter.
Eine Schlichtungsstelle soll Beschwerden bearbeiten und auch für Contracting-Unternehmen zuständig sein. Rund jeder dritte Haushalt in Österreich heizt mit Fernwärme.


