In der Wolfsberger 10.-Oktober-Straße ist der Kärntner Landesfeiertag für mehrere Bewohner eng mit der eigenen Hausgeschichte verbunden. Die Straße erinnert mit ihrem Namen an die Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920, bei der sich die Bevölkerung der Abstimmungszone A mehrheitlich für den Verbleib bei Österreich entschied.
Heute ist der 10. Oktober der Kärntner Landesfeiertag. Für Edith Ramprecht, die 84-Jährige lebt seit 60 Jahren in Haus Nummer 38, war der Tag lange auch sichtbar am eigenen Gebäude verankert: Früher habe sie am 10. Oktober die Kärnten-Fahne gehisst, sagt sie. Inzwischen könne sie die Fahne allein nicht mehr befestigen, sie liege am Dachboden. Ramprecht wohnt in dem Haus, das sie gemeinsam mit ihrem Mann gebaut hat.
Auch Marco Schmerlaib verbindet persönliche Erinnerung mit der Straße. Der 30-jährige Polizist lebt in einer Wohnung in der 10.-Oktober-Straße 53 und sagt, er sei mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass die Ereignisse rund um den 10. Oktober ein wichtiger Teil der Kärntner Geschichte seien.
Waltraud und Johannes Schober wohnen seit 55 Jahren in Haus Nummer 30. Waltraud Schober ist seit sieben Jahren Mitglied der Wolfsberger Bürgerfrauen und nimmt in dieser Funktion an den Feierlichkeiten rund um den Landesfeiertag teil. Heuer steht der Termin am 8. Oktober am Programm und wird beim Kriegerdenkmal gefeiert; ob die Feier bereits stattgefunden hat, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Waltraud Schober trägt dafür auch Tracht und verweist auf die traditionelle Kleidung der Bürgerfrauen mit der charakteristischen Silberhaube. Johannes Schober, früher Obmann des Männergesangsvereins Wolfsberg, sagt über dessen Geschichte: „Auch beim MGV Wolfsberg sangen einst einige Abwehrkämpfer mit.“ Gemeinsam betonen die beiden ihre Verbundenheit mit Kärnten und sagen: „Wir wissen gar nicht, wie schön es in Kärnten ist. Wir dürfen dort wohnen, wo andere Urlaub machen.“
Zu den Ereignissen von 1920 sagt Johannes Schober außerdem: „Wir können wirklich froh sein, dass die Abstimmung damals so ausgegangen ist und wir sind der slowenischen Bevölkerung sehr dankbar, dass sie für Kärnten abgestimmt haben.“


