Nach der Schließung der seit Jahrzehnten bestehenden Asylunterkunft in Bad Kreuzen wird über die künftige Nutzung des Standorts beraten. Ein erstes Gespräch zwischen Bürgermeister Manfred Nenning, der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) und der Polizei soll bald stattfinden.
Die Unterkunft wurde im September wegen der rückläufigen Zahl an Asylwerbern geschlossen. Laut BBU-Sprecher Thomas Fussenegger bleibt der Standort zunächst „ein Vorhaltequartier in der Grundversorgung“.
Das angrenzende Diensthunde-Ausbildungszentrum der Polizei bleibt unberührt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Anlage künftig wieder als Asylquartier genutzt wird, gilt derzeit als gering.
Nenning sagte, es sei noch zu früh, um belastbare Aussagen zu treffen. Zugleich betonte er, man bemühe sich ernsthaft um eine ordentliche Nachnutzung des Areals.
In dem Hauptgebäude waren bis zu 180 Personen untergebracht. Neben dem Unterkunftsbereich gibt es unter anderem einen Verwaltungsbau und eine Krankenstation.
Die Anlage gehört der Bundesimmobiliengesellschaft und ist dem Innenministerium zugewiesen. Nach Angaben aus Bad Kreuzen waren vom Ende der Einrichtung 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen; auch die örtlichen Schulen spürten die Schließung, weil im Schnitt 40 bis 45 Kinder des Betreuungszentrums Volks- und Mittelschule besuchten.
Mit Schulbeginn wurden drei Deutsch-Förderklassen aufgelassen, zwei vierte Volksschul-Klassen zusammengelegt und vier Lehrer an andere Schulen versetzt.


