An der Mittelschule St. Leonhard in Graz wird ein Teil der Chancenbonus-Mittel für einen Bewegungscoach verwendet. Kinder mit Bewegungsdrang werden dabei für kurze Sporteinheiten aus dem Unterricht geholt; die Schule berichtet von positiven Effekten.
Seit diesem Schuljahr steht 32 Grazer Schulen der Chancenbonus zur Verfügung. An der MS St. Leonhard entschied man sich, einen Teil der zusätzlichen Stunden auf mehrere Personen aufzuteilen, statt sie nur für ein einziges Angebot einzusetzen.
Direktor Alexander Ivanescu sagt: „Die Hälfte der Stunden fließt in die Schulsozialarbeit, die andere Hälfte in einen Bewegungscoach.“ Dieser Bewegungscoach ist der Ex-Fußballprofi Kevin Friesenbichler.
Friesenbichler ist dienstags, donnerstags und freitags im Haus. Ein Teil seiner Stunden ist für kurze Sporteinheiten während der Schulzeit reserviert, bei denen die betroffenen Kinder für zehn bis 15 Minuten aus dem Unterricht geholt werden.
Ivanescu begründet das mit der langen Sitzbelastung im Schulalltag. „Viele Kinder werden unrund, wenn sie sechs Stunden am Stück sitzen“, sagt er. Danach könnten sie sich wieder besser konzentrieren, auch für das Lehrpersonal sei das eine spürbare Entlastung.
Friesenbichler selbst sagt: „Sport und Bewegung sind die beste Gewaltprävention.“ In einigen Klassen wurde das System inzwischen angepasst, sodass sich Kinder vorab melden können, wenn sie das Gefühl haben, Bewegung zu brauchen.
Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner verwies im Zusammenhang mit dem Chancenbonus darauf, dass zusätzliche Stunden etwa für weitere Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie oder Tanz- und Theaterpädagogik genutzt werden können. Bildungs- und Sportstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) warnte zugleich vor weiteren Kürzungen im Sportbereich.


