In Graz sind ein neuer Speicherkanal in Mariatrost und eine erneuerte zentrale Trinkwasserleitung aus Feldkirchen in Betrieb genommen beziehungsweise fertiggestellt worden. Die Stadt und die Holding Graz wollen damit die Wasserversorgung absichern und die Belastung durch Regenwasser im Kanalnetz verringern.
Für beide Projekte wurden nach Angaben der Holding Graz rund 36,3 Millionen Euro investiert. Der Speicherkanal Mariatrost und die Erneuerung der Trinkwasserleitung aus Feldkirchen sind damit zwei der größeren Wasserinfrastrukturvorhaben der Stadt.
Die Transportleitung vom Wasserwerk Feldkirchen stammt aus dem Jahr 1950 und war laut Holding Graz mit zunehmendem Alter schadensanfälliger geworden. Die neue Leitung TL700 ist rund 6,8 Kilometer lang und führt von Feldkirchen bis in den Bereich Lagergasse/Karlauergürtel.
Der zweite Abschnitt der neuen Transportleitung wurde laut Bericht dieser Tage in Betrieb genommen. In der Puntigamer Straße wurde zudem eine Verbindungsleitung zwischen Puntigamer Brücke und Puchstraße errichtet, damit die neue Leitung an das bestehende Netz angeschlossen werden kann und die Versorgung des Grazer Westens gesichert bleibt.
Im Schnitt decken das Wasserwerk Feldkirchen und seine Transportleitung rund 15 Prozent des täglichen Grazer Wasserbedarfs. Bei besonders hohem Bedarf oder bei Störungen kann dieser Anteil laut Holding bis zu 50 Prozent steigen.
Der Speicherkanal Mariatrost ist rund 630 Meter lang, hat einen Innendurchmesser von zwei Metern und liegt fünf bis zehn Meter unter der Erde. Er soll Mischwasser zwischenspeichern und kontrolliert zur Kläranlage weiterleiten, damit der Mariatrosterbach und das Kanalnetz entlastet werden.
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner sagte dazu: „Der neue Speicherkanal schafft zusätzliche Kapazitäten, entlastet den Mariatrosterbach und schützt unsere Gewässer“.
Holding-Graz-Vorstandsdirektorin Alice Loidl sprach von einem „zukunftsweisenden Infrastrukturprojekt“. Die Fertigstellung des Speicherkanals sei damit erfolgreich abgeschlossen.
Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten an der Wasserleitung allerdings noch nicht. Für die erste Jahreshälfte sind laut Bericht noch Rest- und Wiederherstellungsarbeiten sowie Kabelverlegungen für eine Blackoutversorgung des Wasserwerks Feldkirchen vorgesehen; die bauliche Gesamtfertigstellung ist für Sommer 2027 geplant.
Im Zuge der Arbeiten sollen rund 80 Bäume entfernt werden, für die 190 Neupflanzungen vorgesehen sind.


