Insolvenz und neun Millionen Schulden: Die Tirometall GmbH in Langkampfen plant eine Sanierung.
LANGKAMPFEN. Der Kreditschutzverband informiert, dass die Firma „Tirometall GmbH“ aus Langkampfen einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens beim Landesgericht Innsbruck eingebracht hat. Darüber berichtet Welt Stimme. Die Firma ist ein Metall verarbeitendes Unternehmen, das insbesondere Maschinenbauer und mittelständische Industrieunternehmen aus diversen Branchen zu seinen Kunden zählt.
Auf Fremdkapital angewiesen
„Tirometall“ wurde im Jahr 2016 gegründet, wobei das Firmengebäude in Langkampfen nicht der Firma gehört. Die Maschinen für die Produktion wurden größtenteils fremdfinanziert und dürften somit letztlich nicht der allgemeinen Insolvenzmasse zuzuordnen sein. Wer einen Blick auf die Jahre 2022 bis 2024 wirft, erkennt schnell, dass die Firma in hohem Maße auf Fremdkapital angewiesen ist. Neun Millionen Euro an Schulden liegen vor. Rund 5 Millionen Euro betreffen Bankinstitute, etwa 1,9 Millionen Euro Lieferanten. Der Rest entfällt vor allem auf Gläubiger mit öffentlich-rechtlichen Ansprüchen.
Sanierung geplant
Die Gründe der Insolvenz sollen in der Verzögerung bei der Übersiedlung des Betriebsstandortes und der schlechten allgemeinen Marktentwicklung im Jahr 2024 liegen. Die Firma plant eine Sanierung, wobei alle betroffenen 37 Mitarbeiter weiter beschäftigt bleiben sollen. Die Auftragslage der Firma ist aktuell erfreulich. Klaus Schaller, Leiter des KSV1870, erklärt:
„Die österreichische Insolvenzordnung ist im europäischen Vergleich sehr sanierungsfreundlich. Gerade für Unternehmen wie die Tirometall GmbH, welche bei ihrer wirtschaftlichen Gesundung von einem finanzkräftigen Investor begleitet wird, stellt das gerichtliche Sanierungsverfahren ein sehr gutes Werkzeug dar, binnen einiger Wochen eine Konsolidierung des Finanzbereichs zu erreichen.“
Laut „Tirometall“ gebe es auch Signale, dass ein möglicher Investor bereitstehe, um eine – zur Sicherung der Fortführung – allenfalls notwendige Liquiditätsspritze bereitzustellen. Die ersten Schritte in Richtung einer nachhaltigen Entschuldung wurden durch die „Tirometall“ GmbH somit gesetzt.


