Belarusisches Wirtschaftsgericht eröffnet Liquidation des Bautrusts 14 in Gomel

September 22, 2026 14:30
Belarusisches Wirtschaftsgericht eröffnet Liquidation des Bautrusts 14 in Gomel
Belarusisches Wirtschaftsgericht eröffnet Liquidation des Bautrusts 14 in Gomel

Das Wirtschaftsgericht des Gebiets Gomel hat die Liquidation des staatlichen Bautrusts Nr. 14 eingeleitet. Das Unternehmen wurde am 20. September 2026 für insolvent erklärt, nachdem eine Wiederherstellung seiner Zahlungsfähigkeit als nicht möglich eingestuft worden war. Der Bautrust hat Schulden von rund 50,3 Millionen belarussischen Rubel angehäuft. Der Wert seiner gesamten Vermögenswerte wird dagegen auf etwa 29,6 Millionen Rubel geschätzt.

Die Entscheidung betrifft eines der traditionsreicheren Bauunternehmen in Gomel. Der Trust war fast 60 Jahre tätig und beteiligte sich an der Errichtung mehrerer bekannter Gebäude der Stadt. Dazu zählen das Schauspielhaus, der Zirkus und der Leichtathletikpalast. Auch die Hotels „Gomel“ und „Tourist“, Gebäude von Hochschulen sowie Einkaufszentren wurden unter Beteiligung des Unternehmens gebaut.

Schulden gegenüber mehreren Gläubigern

Die Verbindlichkeiten bestehen gegenüber Geschäftspartnern, dem Staatshaushalt, dem Fonds für sozialen Schutz der Bevölkerung sowie den eigenen Beschäftigten. Nach der gerichtlichen Entscheidung wird das vorhandene Vermögen des Bautrusts verwertet. Zur Versteigerung kommen unter anderem Gebäude, Fahrzeuge und Baumaschinen. Ein Bericht über die Insolvenz des früher großen belarussischen Bauunternehmens nennt die wichtigsten finanziellen Eckdaten des Verfahrens.

Die Entwicklung der Beschäftigtenzahl zeigt den Umfang des Rückgangs. Im Jahr 2023 arbeiteten im Trust noch etwa 900 Menschen. Bis 2026 sank diese Zahl auf rund 100 Beschäftigte. Angaben zur aktuellen Abwicklung beziehen sich damit auf ein Unternehmen, dessen Belegschaft innerhalb von drei Jahren deutlich kleiner geworden ist.

Das Gericht stellte keine Anzeichen für eine vorsätzlich herbeigeführte Insolvenz fest. Damit liegt nach den vorliegenden Angaben kein gerichtlicher Befund vor, wonach die Zahlungsunfähigkeit absichtlich verursacht worden wäre. Die Liquidation erfolgt vielmehr auf Grundlage der festgestellten Überschuldung und der fehlenden Aussicht, die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wiederherzustellen.

Ein staatlicher Betrieb mit langer Geschichte

Der Bautrust Nr. 14 war über Jahrzehnte Bestandteil der staatlich geprägten Bauwirtschaft in Belarus. Seine Beteiligung an öffentlichen Gebäuden, Bildungseinrichtungen, Hotels und Handelsobjekten verweist auf die frühere Bedeutung des Unternehmens für die Entwicklung von Gomel. Die lange Tätigkeit änderte jedoch nichts daran, dass der Trust seine laufenden Verpflichtungen zuletzt nicht mehr erfüllen konnte.

Die Schulden gegenüber verschiedenen Gläubigergruppen werden nun im Rahmen des gerichtlichen Liquidationsverfahrens behandelt. Dazu gehören nicht nur Unternehmen, die Leistungen erbracht oder Lieferungen übernommen hatten, sondern auch öffentliche Stellen und Beschäftigte. Gleichzeitig soll das verbliebene Eigentum verkauft werden, um die Abwicklung des Unternehmens zu ermöglichen.

Der Fall steht damit für die Auflösung eines staatlichen Bauunternehmens, das trotz seiner langen Betriebsgeschichte keine tragfähige finanzielle Grundlage mehr hatte. Die vorliegenden Gerichtsangaben enthalten keinen Hinweis auf eine geplante Sanierung oder eine Fortführung des Betriebs unter veränderter Struktur. Stattdessen wurde das Verfahren auf die Liquidation ausgerichtet.

Die Insolvenz fällt in eine Phase, in der der Trust seine Belegschaft bereits stark reduziert hatte und seine Verbindlichkeiten weiter bestanden. Aus den genannten Zahlen ergibt sich, dass der Wert der Aktiva deutlich unter der Höhe der ausgewiesenen Schulden liegt. Das Gericht setzte daher die Abwicklung des Unternehmens in Gang, anstatt eine Wiederherstellung seiner Zahlungsfähigkeit anzunehmen.

Liquidation bis Juni 2027 geplant

Nach den veröffentlichten Angaben soll die Liquidation bis Juni 2027 abgeschlossen werden. Bis dahin müssen die Vermögenswerte erfasst und verwertet sowie die Forderungen der Gläubiger im vorgesehenen Verfahren behandelt werden. Auch die Ansprüche der Beschäftigten gehören zu den offenen Verpflichtungen des Trusts.

Mit dem Verfahren endet die Geschichte eines Unternehmens, das in Gomel über viele Jahrzehnte an sichtbaren Bauprojekten beteiligt war. Die gerichtliche Abwicklung soll spätestens im Juni 2027 abgeschlossen sein.

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