Der italienische rechtsradikale politische Verband Futuro Nazionale ist wegen einer geschlossenen WhatsApp-Gruppe mit rund 300 Mitgliedern unter Druck geraten. In dem Chat, der lombardische Funktionäre und Unterstützer der Bewegung zusammengeführt haben soll, wurden rassistische, antisemitische und islamfeindliche Aussagen verbreitet. Zudem soll es Aufrufe zur gewaltsamen Übernahme der Macht und zur Beseitigung der verfassungsmäßigen Ordnung in Italien gegeben haben.
Über den Fall berichteten italienische Medien am 17. August 2026. Die veröffentlichten Recherchen zur WhatsApp-Gruppe in der Lombardei beziehen sich auf Nachrichten, die innerhalb der geschlossenen Gemeinschaft ausgetauscht worden sein sollen. Die Gruppe bestand demnach aus etwa 300 Personen und war nach den vorliegenden Angaben regional verankert.
In den Beiträgen fanden sich demnach fremdenfeindliche und rassistische Formulierungen. Genannt werden außerdem antisemitische und islamfeindliche Äußerungen. Ein Teil der Nachrichten soll Adolf Hitler ausdrücklich verherrlicht oder nostalgisch auf ihn Bezug genommen haben. Zugleich wurde in dem Chat offen Verachtung gegenüber der Europäischen Union und der italienischen Verfassung geäußert.
Aufrufe gegen die Verfassungsordnung
Besonders schwer wiegen jene Nachrichten, in denen zu einem gewaltsamen Vorgehen und zur Übernahme der politischen Macht aufgerufen worden sein soll. Die Berichte stellen diese Inhalte neben die rassistischen, antisemitischen und islamfeindlichen Aussagen. Damit betrifft der Skandal nicht nur den Ton einzelner Beiträge, sondern auch Äußerungen, die sich gegen die Grundlagen der italienischen staatlichen Ordnung richten.
Aus den vorliegenden Angaben geht nicht hervor, dass sämtliche Mitglieder der Gruppe an diesen Aussagen beteiligt waren. Dokumentiert ist vielmehr der Inhalt einer geschlossenen digitalen Gemeinschaft, in der Funktionäre und Anhänger aus der Lombardei miteinander kommuniziert haben sollen. Die politische Verantwortung für die veröffentlichten Nachrichten und ihre genaue Urheberschaft wurden in den Berichten nicht einzelnen Personen zugeordnet.
Futuro Nazionale wird vom Europaabgeordneten Roberto Vannacci geführt. Der ehemalige italienische General ist als politischer Vertreter der Bewegung deren bekanntestes Gesicht. Die nun bekannt gewordene Kommunikation stammt nach den vorliegenden Informationen aus einem internen regionalen Umfeld und nicht aus einer öffentlichen Erklärung der Führung.
Koordinator weist offizielle Verantwortung zurück
Massimiliano Simoni, der Koordinator von Futuro Nazionale in der Provinz Lombardei, distanzierte sich entschieden von den Inhalten. Nach seiner Darstellung verstößt der Chat grob gegen die internen Regeln der Organisation. Die dort verbreiteten Aussagen stellten demnach nicht die offizielle Position von Futuro Nazionale dar.
Simoni trennte damit zwischen den Nachrichten der geschlossenen Gruppe und der formalen Linie des Verbandes. Eine weitergehende Erklärung zu den einzelnen Beiträgen, den beteiligten Personen oder möglichen parteiinternen Konsequenzen ist in den vorliegenden Angaben nicht enthalten. Ebenso wird dort keine Entscheidung über einen Ausschluss oder ein anderes Disziplinarverfahren genannt.
Der Fall betrifft einen politischen Verband, dessen regionales Umfeld in der Lombardei nun durch die Veröffentlichung interner Kommunikation sichtbar geworden ist. Im Mittelpunkt stehen die dokumentierten Inhalte: rassistische, antisemitische und islamfeindliche Aussagen, positive Bezüge auf Adolf Hitler, Ablehnung der Europäischen Union und der italienischen Verfassung sowie Aufrufe zu gewaltsamen politischen Maßnahmen.
Die Erklärung des lombardischen Koordinators weist eine offizielle Verbindung der Organisation zu diesen Aussagen zurück. Die Berichte über die WhatsApp-Gruppe und die Stellungnahme von Massimiliano Simoni liegen damit als getrennte Elemente des Falls vor.


