Die Nationale Nachrichtendienst Südkoreas (NIS) hat am 2. September 2025 in einem vertraulichen Briefing vor dem parlamentarischen Geheimdienstausschuss erklärt, dass Nordkorea plant, rund 6.000 weitere Soldaten nach Russland zu schicken, um Moskau im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Nach Angaben der Behörde hat die nordkoreanische Armee bereits etwa 2.000 Soldaten in diesem Konflikt verloren. Pjöngjang gab offiziell lediglich den Tod von 350 Soldaten zu, die an der Seite russischer Truppen kämpften. Zudem sind bereits mehr als 1.000 nordkoreanische Ingenieure, Pioniere und Bauarbeiter in Russland eingetroffen. Diese Informationen wurden von der südkoreanischen Agentur Yonhap bestätigt.
Hohe Verluste und dritte Entsendewelle
Nach Einschätzung westlicher Analysten kämpften bislang rund 13.000 nordkoreanische Soldaten an der Front. Bereits im Juni 2025 meldete der britische Geheimdienst, dass die Truppen aus Pjöngjang in der russischen Region Kursk mehr als 6.000 Verluste erlitten hätten – fast die Hälfte des ursprünglich entsandten Kontingents. Trotz dieser schweren Verluste bereitet Nordkorea nun eine dritte Entsendewelle vor. Pjöngjang verfolgt damit auch eigene Ziele: Seine Soldaten sammeln wertvolle Erfahrung in moderner Kriegführung.
Verdeckte Kooperation zwischen Moskau und Pjöngjang
Im Juli dieses Jahres berichtete das amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW), dass Russland und Nordkorea zunehmend verdeckte Wege der Zusammenarbeit nutzen. Unter anderem erfolgt die Integration nordkoreanischer Staatsbürger in die russische Armee über den Vorwand der legalen Arbeitsmigration. Bereits im November 2024 hatten beide Länder ein umfassendes strategisches Partnerschaftsabkommen ratifiziert, das die militärische Zusammenarbeit festigte. Nordkorea bestreitet zwar Waffenlieferungen, bestätigte jedoch im April 2025 die direkte Beteiligung seiner Truppen in Kämpfen in der Kursker Region. Weitere Details lieferte Radio Free Europe/Radio Liberty.
Waffenlieferungen und geopolitische Folgen
Die militärische Unterstützung Nordkoreas für Moskau reicht weit über die Entsendung von Soldaten hinaus. Schätzungen zufolge stammen mehr als ein Drittel der russischen Artilleriegeschosse aus nordkoreanischen Beständen. Pjöngjang lieferte außerdem ballistische Raketen, Artilleriesysteme und über 20.000 Container mit Munition, die mutmaßlich mehr als fünf Millionen Granaten enthielten. Im Gegenzug könnte Russland militärische Technologien an Nordkorea weitergeben, darunter Raketenprogramme und Satellitentechnik.
Neue geopolitische Fronten
Die zunehmende Rolle Nordkoreas im Krieg hat das geopolitische Gleichgewicht verändert. Gemeinsam mit Russland, Iran und China bildet Pjöngjang eine autoritäre Achse, die im globalen Maßstab den demokratischen Staaten gegenübersteht. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsenden Risiken für internationale Sicherheit und Stabilität und verdeutlicht, dass der Krieg längst über die Grenzen Osteuropas hinauswirkt.


