Russische Einflussoperationen zielen erneut auf Frankreichs Präsidentschaftskandidaten Gabriel Attal

August 22, 2026 13:05
Russische Einflussoperationen zielen erneut auf Frankreichs Präsidentschaftskandidaten Gabriel Attal
Russische Einflussoperationen zielen erneut auf Frankreichs Präsidentschaftskandidaten Gabriel Attal

Der französische Präsidentschaftskandidat und frühere Premierminister Gabriel Attal ist nach Medienberichten erneut Ziel russischer Informationsoperationen geworden. Innerhalb von zwei Wochen im August 2026 wurde Attal damit insgesamt viermal zum Objekt entsprechender Kampagnen. Bei den jüngsten Fällen wurden im französischsprachigen Teil sozialer Netzwerke falsche Meldungen über seinen Gesundheitszustand und unbelegte Korruptionsvorwürfe verbreitet. Außerdem kursierte ein mit künstlicher Intelligenz erzeugtes Video, in dem Karikaturen des ehemaligen Premierministers auf das Pariser Panthéon projiziert werden. Der Bericht über die beiden neuen Operationen wurde am 21. August veröffentlicht.

Falsche Meldungen und manipuliertes Video

Die erste der beiden aktuellen Kampagnen bestand nach den vorliegenden Angaben aus zehn gefälschten Nachrichten. Sie enthielten nicht zutreffende Informationen über Attals gesundheitlichen Zustand sowie falsche Anschuldigungen im Zusammenhang mit Korruption. Die Beiträge wurden im französischen Segment sozialer Medien verbreitet und waren damit auf ein französisches Publikum ausgerichtet.

Die zweite Operation nutzte ein Video, das mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Darin werden Karikaturen Attals auf die Fassade des Panthéons in Paris projiziert. Das Gebäude dient in dem Video als Kulisse für die Darstellung des Kandidaten. Weitere Angaben zur technischen Verbreitung oder zur Reichweite des Materials liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.

Attal gilt derzeit als jener französische Präsidentschaftskandidat, der am häufigsten Ziel russischer Informationsangriffe wird. Die französischen Politiker Édouard Philippe und Raphaël Glucksmann waren in diesem Sommer ebenfalls von solchen Kampagnen betroffen. Glucksmann hat seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl bislang noch nicht offiziell erklärt.

Ermittlungen in Paris

Die drei Politiker wurden seit dem Beginn des groß angelegten russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 wegen ihrer Unterstützung für die Ukraine zum Ziel russischer Informationskampagnen. Die Angriffe richten sich damit gegen Politiker, die öffentlich für eine Unterstützung der Ukraine eintreten.

Anfang August leitete die Pariser Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen russischer Informationsinterventionen ein. Das Verfahren bezieht sich auf Kampagnen gegen Attal, Philippe und Glucksmann. Die Ermittlungen sind Teil der Reaktion französischer Behörden auf die gegen die drei Politiker gerichteten Aktivitäten.

Auch die französische Stelle für den digitalen Schutz Viginum befasst sich mit den Vorgängen. In den vorliegenden Angaben wird Viginum gemeinsam mit der Pariser Staatsanwaltschaft als eine der staatlichen Strukturen genannt, die auf die Informationskampagnen reagieren. Frankreich behandelt die Vorgänge demnach als ausländische Einflussnahme mit Bedeutung für die nationale Sicherheit und demokratische Prozesse.

Bekannte Methoden der Einflussnahme

Die gegen französische Politiker gerichteten Kampagnen greifen auf Methoden zurück, die mit russischen Desinformationsnetzwerken in Verbindung gebracht werden. Genannt werden unter anderem die Projekte Matriochka und CopyCop. Solche Netzwerke können sich als europäische Medien ausgeben oder künstlich erhöhte Aufrufzahlen nutzen, um Inhalten eine größere Wirkung zu verleihen.

Bei den jüngsten Angriffen wurden unterschiedliche Formen digitaler Manipulation miteinander verbunden. Dazu gehörten erfundene Nachrichten über die Gesundheit eines Politikers, nicht zutreffende Korruptionsvorwürfe und visuell aufwendig hergestellter Videoinhalt. Die Verwendung künstlicher Intelligenz erweitert dabei die Möglichkeiten, politische Akteure in einem verfälschten Zusammenhang darzustellen.

Die Kampagnen gegen Attal, Philippe und Glucksmann stehen im Zusammenhang mit deren proeuropäischer und ukrainischer Positionierung. Nach den vorliegenden Angaben sollen die Angriffe die politische Glaubwürdigkeit der betroffenen Politiker beschädigen und ein belastetes Informationsumfeld rund um jene Akteure schaffen, die ihre Unterstützung für die Ukraine beibehalten.

Zu den beschriebenen Zielen der Operationen zählt außerdem, Zweifel an politischen Institutionen und an bevorstehenden Wahlen zu fördern. Betroffene Politiker müssen sich mit der Zurückweisung falscher Behauptungen befassen, während staatliche Stellen die Herkunft und Verbreitung der Inhalte untersuchen. Die französischen Behörden prüfen die Fälle nun im Rahmen des eingeleiteten Strafverfahrens weiter.

Die neuen Vorfälle erhöhen die Zahl der in kurzer Zeit gegen Gabriel Attal gerichteten Informationsangriffe auf vier. Die Ermittlungen der Pariser Staatsanwaltschaft und die Arbeit von Viginum dauern an.

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