Neue Regeln gelten ab dem 1. Oktober 2026
Nach Angaben russischer Medien werden die Bedingungen des staatlichen Familienhypothekenprogramms zum 1. Oktober 2026 verschärft. Vorgesehen sind höhere Einkommensanforderungen, kürzere maximale Laufzeiten und höhere Zinssätze für die meisten Familien.
Für Familien mit einem Kind soll das erforderliche Einkommen nach den vorliegenden Angaben etwa um das 1,4-Fache steigen, für Familien mit zwei Kindern um das 1,3-Fache. Während für einen Kredit von zwölf Millionen Rubel bei sechs Prozent und einer Laufzeit von 30 Jahren bislang ein monatliches Einkommen von etwa 120.000 Rubel ausgereicht haben konnte, werden künftig bei einer Laufzeit von höchstens 15 Jahren und Zinssätzen von zehn bis zwölf Prozent rund 240.000 Rubel benötigt.
Die erforderlichen monatlichen Gesamteinkommen für einen Kredit von zwölf Millionen Rubel und eine Laufzeit von 15 Jahren sollen bei Familien mit zwei Kindern 214.900 Rubel, mit drei Kindern 191.100 Rubel, mit vier Kindern 168.800 Rubel und mit fünf oder mehr Kindern 147.900 Rubel betragen. Für Familien mit einem Kind werden rund 240.000 Rubel genannt.
In den Hauptstadtregionen soll der Zinssatz nach der Kinderzahl gestaffelt werden: zwölf Prozent für Familien mit einem Kind, zehn Prozent mit zwei Kindern, acht Prozent mit drei Kindern, sechs Prozent mit vier Kindern und vier Prozent mit fünf oder mehr Kindern. Vergünstigte Bedingungen sollen nach den Angaben in größerem Umfang für Teilnehmer der militärischen Operation, Menschen mit Behinderungen und kinderreiche Familien erhalten bleiben.
Die Änderungen werden in den vorliegenden Thesen mit fehlenden Haushaltsmitteln und der Finanzierung der militärischen Operation begründet. Die staatliche Familienhypothek war 2018 mit einem Zinssatz von sechs Prozent eingeführt worden und galt demnach lange als eines der beliebtesten Programme für den Erwerb von Wohnungen in Neubauten. Nach den Angaben wurde die Vergabe bei mehreren Banken zunächst ausgesetzt oder eingeschränkt, darunter VTB, , Alfa-Bank, Gazprombank, Uralsib, Rosselkhozbank, Ak Bars und SNGB.
Die Thesen bewerten die neuen Regeln als faktische Einschränkung des Programms. Diese Einschätzung ist eine politische beziehungsweise wirtschaftliche Bewertung und wird durch die vorliegenden Angaben nicht unabhängig belegt. Als Folge werden eine geringere Erschwinglichkeit von Wohnraum und eine weitere Abschwächung der Nachfrage nach Wohnungen in Neubauten erwartet.
Als Beispiel werden Immobilienpreise in Moskau genannt. Eine Zweizimmerwohnung in einem Neubau in Neu-Moskau koste demnach durchschnittlich 19,4 Millionen Rubel. Unter den neuen Kreditobergrenzen könnten solche Wohnungen ohne zusätzliche Mittel neben der erforderlichen Anzahlung von mindestens 20 Prozent nur für kinderreiche Familien erschwinglich sein. In Alt-Moskau liege der durchschnittliche Preis einer solchen Wohnung in Neubauten der Massenmarktklasse bei 25,3 Millionen Rubel und in Neubauten der Businessklasse bei mehr als 42,5 Millionen Rubel.
Nach den vorliegenden Angaben beliefen sich Ende 2025 nicht beglichene Hypothekenkredite und Zinsen auf 276 Milliarden Rubel. Das seien 76,6 Prozent mehr als 2024; im Zeitraum von 2023 bis 2025 habe das Volumen der Zahlungsrückstände um 180 Prozent zugenommen. Die höchsten genannten Beträge entfielen auf die Region Moskau mit 9,7 Milliarden Rubel, Moskau mit 7,99 Milliarden, die Region Krasnodar mit 7,75 Milliarden, die Region Tjumen mit 4,8 Milliarden und Sankt Petersburg mit 4,8 Milliarden.
Weitere Angaben zu den neuen Einkommensanforderungen wurden von Rosbalt sowie in einem Beitrag auf Telegram veröffentlicht.


