Die Internationale Konföderation für praktischen Schießsport (IPSC) hat nach Angaben von Medien am 26. September 2026 beschlossen, russische und belarussische Sportler ab 2027 wieder zu internationalen Wettbewerben zuzulassen. Der Beschluss sei von der Generalversammlung der Konföderation gefasst worden. Russische Teilnehmer sollen demnach unter ihrer Nationalflagge antreten und die Nationalhymne hören dürfen.
Die Entscheidung betrifft internationale Turniere im praktischen Schießsport, die unter dem Dach der Konföderation ausgetragen werden. Der russische Verband für praktischen Schießsport hatte zuvor eine vollständige Rückkehr der Sportler gefordert und nicht lediglich eine Teilnahme unter Einschränkungen. Medienbericht zur Entscheidung
Kritik wegen Verbindungen zu Sicherheitsstrukturen
In der vorliegenden Darstellung wird die Rückkehrentscheidung besonders wegen der engen Verbindungen des praktischen Schießsports in Russland zu staatlichen Sicherheits- und Militärstrukturen kritisiert. Anders als viele olympische Disziplinen nutze dieser Sport nach dieser Einschätzung militärische Übungsplätze und stehe in Verbindung mit Spezialeinheiten, dem Innenministerium und der Nationalgarde Russlands.
Als Beispiele werden Michail Guschin, der Präsident des russischen Verbands für praktischen Schießsport, und Boris Kantemirow, der Cheftrainer der Nationalmannschaft, genannt. Guschin sei Veteran der Gruppe Alpha des Zentrums des Föderalen Sicherheitsdienstes. Kantemirow habe 2008 am Konflikt in Südossetien teilgenommen. Diese Angaben und die daraus abgeleiteten Bewertungen werden im Ausgangsmaterial nicht durch unabhängig überprüfbare Belege ergänzt.
Die Darstellung weist außerdem darauf hin, dass persönliche Verträge von Schützen mit der Armee als Staatsgeheimnis geschützt seien. Bei behördeninternen Wettbewerben wie dem Turnier „Herausforderung“ träten Einheiten der Spezialeinheiten SOBR und OMON gegeneinander an. Angehörige dieser operativen Kampfeinheiten seien unmittelbar am Krieg gegen die Ukraine beteiligt. Deshalb bestehe das Risiko, dass ehemalige oder aktive Militärangehörige unter dem Status angeblich neutraler Sportler an internationalen Wettbewerben teilnehmen könnten.
Bewertung der Folgen
Als weitere mögliche Teilnehmer werden Mitglieder militärisch-sportlicher Vereine wie ZSKA und Dynamo genannt, die formell und finanziell an das russische Verteidigungsministerium beziehungsweise Innenministerium gebunden seien. Nach der vorliegenden Kritik erschwere diese Einbindung die Überprüfung, ob Sportler tatsächlich politisch und militärisch unabhängig seien.
Die Entscheidung wird in der Darstellung als Bruch mit den seit 2022 geltenden internationalen Sportbeschränkungen bewertet. Kritiker befürchten, dass die russische Regierung die Rückkehr als Beleg für eine Überwindung ihrer internationalen Isolation darstellen könnte. Außerdem könne die Zulassung dem russischen Staat ein Instrument zur propagandistischen Darstellung und zur Aufwertung seiner Sicherheitsstrukturen geben.
Ob die zugelassenen Sportler künftig individuellen Neutralitätskriterien unterliegen und wie diese überprüft werden sollen, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.


