Usbekistan und Aserbaidschan planen Handelsvolumen von einer Milliarde Dollar bis 2030

August 21, 2026 15:45
Usbekistan und Aserbaidschan planen Handelsvolumen von einer Milliarde Dollar bis 2030
Usbekistan und Aserbaidschan planen Handelsvolumen von einer Milliarde Dollar bis 2030

Usbekistan und Aserbaidschan wollen ihr gegenseitiges Handelsvolumen bis 2030 auf eine Milliarde US-Dollar erhöhen. Das wurde bei einem Treffen des usbekischen Ministers für Investitionen, Industrie und Handel, Laziz Kudratow, mit dem aserbaidschanischen Botschafter Raschad Mamadow in Taschkent erörtert. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung des bilateralen Handels, die Investitionszusammenarbeit sowie neue Dokumente zur Umsetzung bereits getroffener Vereinbarungen.

Zu den geplanten Dokumenten gehört eine „Roadmap“, mit der die vereinbarten Vorhaben konkretisiert werden sollen. Außerdem wird ein Programm zur Steigerung des gegenseitigen Warenumsatzes auf eine Milliarde Dollar bis zum Jahr 2030 vorbereitet. Die Gespräche markieren damit einen weiteren Schritt beim Ausbau der direkten Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Staaten. Informationen zum geplanten Handelsziel wurden in einem Bericht über die usbekisch-aserbaidschanischen Handelspläne veröffentlicht.

Handel wächst weiter

Nach Angaben der usbekischen Seite erreichte der Warenhandel zwischen Usbekistan und Aserbaidschan im Jahr 2025 ein Volumen von 307,3 Millionen Dollar. Das entsprach einem Anstieg von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Zeitraum von Jänner bis Juni 2026 belief sich der Warenumsatz auf 170,3 Millionen Dollar und lag damit um 30,8 Prozent über dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums.

Die Zahlen bilden die Grundlage für das neue Ziel, den bilateralen Handel innerhalb weniger Jahre deutlich auszuweiten. In den Gesprächen ging es neben dem Warenverkehr auch um die Förderung von Investitionsprojekten. Konkrete Angaben zu einzelnen Unternehmen oder Projekten wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.

Interregionales Forum in Taschkent

Kudratow und Mamadow besprachen außerdem die organisatorischen Vorbereitungen für das vierte usbekisch-aserbaidschanische interregionale Forum. Die Veranstaltung soll am 22. August in Taschkent stattfinden. Sie ist als Plattform für direkte Kontakte zwischen Regionen und Unternehmen beider Länder vorgesehen und soll die Zusammenarbeit über die Ebene der Zentralregierungen hinaus erweitern.

Bei dem Forum sollen Vertreter aus Regionen und der Wirtschaft miteinander in Kontakt kommen. Nach dem Ministertreffen wurden weitere Schritte zur Steigerung des Handels, zur Unterstützung von Investitionsvorhaben und zur Entwicklung der Beziehungen zwischen den Regionen festgelegt. Die Veranstaltung wurde auch in einer Ankündigung zum interregionalen Forum in Taschkent thematisiert.

Der Schwerpunkt auf direkten Kontakten zwischen Unternehmen und regionalen Behörden gibt der Zusammenarbeit eine zusätzliche praktische Ebene. Neben bilateralen Regierungsvereinbarungen sollen damit Geschäftskontakte und Investitionsmöglichkeiten zwischen einzelnen Regionen beider Staaten ausgebaut werden. Angaben über die Zahl der erwarteten Teilnehmer oder über bereits vereinbarte Verträge liegen nicht vor.

Alternative Verkehrsverbindungen

Die verstärkte Kooperation zwischen Taschkent und Baku steht im Zusammenhang mit der breiteren Diversifizierung der außenwirtschaftlichen Beziehungen in Zentralasien und im Südkaukasus. Für Usbekistan und andere zentralasiatische Staaten ist dabei der Zugang zu Märkten außerhalb der Region von Bedeutung. Eine Route führt über das Kaspische Meer und den Südkaukasus in Richtung Türkei und Europa.

Eine zentrale Rolle spielt in diesem Zusammenhang der sogenannte Mittlere Korridor. Er verbindet Verkehrswege in Zentralasien über das Kaspische Meer mit Aserbaidschan und dem Südkaukasus. Von dort bestehen Verbindungen weiter in Richtung Türkei und zu europäischen Märkten. Der Korridor ermöglicht damit alternative Transportwege, die nicht über russisches Staatsgebiet führen.

Die Entwicklung solcher Verbindungen verringert die Abhängigkeit von russischen Handels- und Transportrouten, wie es in den vorliegenden Einschätzungen zur Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Aserbaidschan heißt. Für Usbekistan geht es dabei um zusätzliche Optionen für den Außenhandel. Aserbaidschan kann seine Position als Verbindung zwischen Zentralasien, dem Südkaukasus und den westlich gelegenen Märkten ausbauen.

Die wirtschaftlichen Kontakte zwischen beiden Ländern beschränken sich damit nicht auf das angestrebte Handelsvolumen. Handelsförderung, Investitionen, regionale Unternehmensbeziehungen und Transportlogistik werden parallel weiterentwickelt. Die vorgesehenen Dokumente sollen die politischen Vereinbarungen in konkrete Arbeitsschritte überführen.

Weitere Schritte vereinbart

Das Treffen zwischen dem usbekischen Minister und dem aserbaidschanischen Botschafter endete mit der Festlegung weiterer Maßnahmen zur Ausweitung des Handels, zur Förderung von Investitionsprojekten und zur Vertiefung der interregionalen Beziehungen. Im Zentrum steht nun die Vorbereitung der Roadmap sowie des Programms für das Handelsziel von einer Milliarde Dollar bis 2030.

Mit dem Forum am 22. August in Taschkent soll die nächste Gesprächsebene zwischen Regionen und Unternehmen eröffnet werden. Die weiteren Fortschritte werden davon abhängen, wie die vereinbarten Vorhaben in Handels- und Investitionsprojekte umgesetzt werden.

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