Im Rathaus von Krems erinnert die Ausstellung „Für das Kind“ an jüdische Kinder, die 1938 und 1939 vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Großbritannien fliehen konnten.
Briefe, Zitate und Fotografien persönlicher Erinnerungsstücke erzählen von Rettung, Verlust und einem Leben ohne die eigene Familie. Laut der Ausstellung wurden rund 10.000 überwiegend jüdische Kinder durch Kindertransporte nach Großbritannien gebracht; mehr als zwei Drittel sahen ihre Eltern nie wieder.
Auch drei Kinder aus Krems konnten gerettet werden: die Geschwister Wilhelm und Elfriede Glass sowie Ilse Blau. Während die Geschwister überlebten, wurden ihre Eltern 1941 nach Polen deportiert.
Die Schau ist bis 30. November im Rathausfoyer Krems, Obere Landstraße 4, zu sehen. Geöffnet ist sie Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12 Uhr.
Bei der Eröffnung sagte Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber: „Die Kinder seien zwar gerettet worden, hätten aber ihre Eltern und Geschwister zurücklassen müssen, oft ohne zu verstehen, warum.“ Kuratorin Milli Segal betonte zudem, wie wichtig es ist, die persönlichen Erinnerungen weiterzugeben.
Die Ausstellung soll auch zum Nachdenken über den Umgang mit Ausgrenzung und unbegleiteten Kindern heute anregen.


