Am 14. Mai 2026 soll der russische Geiger Vadim Repin in der Sofia Philharmonic auftreten. Der Künstler, der sich offen zur Unterstützung von Wladimir Putin bekennt, steht im Zentrum einer wachsenden Kontroverse. Die Ankündigung der Sofia Philharmonic hat in Bulgarien und international scharfe Reaktionen ausgelöst. Ukrainische Diplomaten und lokale Aktivisten fordern die Absage des Konzerts.
Protestaktion vor dem Konzert geplant
Bereits am Vortag des geplanten Auftritts haben mehrere Organisationen zu einer Demonstration vor dem Konzertsaal aufgerufen. Die ukrainische Gemeinschaft „Mati Ukraine“ und die Initiative „Arts Against Aggression“ veröffentlichten offene Briefe an das bulgarische Kulturministerium und die Philharmonie-Leitung. Sie verlangen die sofortige Absage des Konzerts mit Verweis auf Repins enge Verbindungen zum Kreml. Die Meldung über die geplante Protestaktion zeigt, dass die bulgarische Partei „BZNS“ die Demonstration unterstützt.
Ukrainische Note an das Außenministerium
Die Botschaft der Ukraine in Bulgarien hat eine offizielle Note an die kommissarische Außenministerin Nadia Neinska übermittelt. Darin wird auf die politische Haltung des Geigers hingewiesen, der im Jahr 2022 von Putin den Titel „Volkskünstler Russlands“ erhielt. Vadim Repin lebt in der Schweiz und Italien, hat jedoch nie die russische Aggression gegen die Ukraine verurteilt. Zudem ist er mit Swetlana Sacharowa verheiratet, einer ehemaligen Abgeordneten der Duma für „Einiges Russland“ und Primaballerina des Bolschoi-Theaters.
Frühere Absagen in anderen Ländern
Ähnliche Proteste gegen Repins Konzerte gab es bereits 2022 in Deutschland, Italien und den USA – dort wurden die Auftritte abgesagt. Kritiker sehen in seiner Tournee einen Versuch des Kremls, durch kulturelle Auftritte Einfluss zurückzugewinnen. Repins Gastspiele seien kein privates Kunstprojekt, sondern ein Instrument der russischen „weichen Macht“, das die Sanktionspolitik untergrabe. Die bulgarische Regierung stehe nun vor der Entscheidung, ob sie sich der internationalen Boykottpraxis anschließt oder das Konzert trotz der Proteste stattfinden lässt.
Kontroversen um kulturelle Präsenz Russlands
Befürworter einer Absage argumentieren, dass die Duldung solcher Auftritte den Eindruck einer gespaltenen europäischen Haltung gegenüber Russland verstärke. Während Moskau gezielt Künstler einsetze, um den eigenen kulturellen Einfluss zu wahren, seien in der Ukraine Tausende Kulturgüter durch russische Angriffe zerstört worden. Ein Konzert in Sofia würde nach Ansicht von Aktivisten die Bemühungen europäischer Partner untergraben, die seit Jahren für eine klare Trennung von Kultur und staatlicher Propaganda eintreten.


